Ein Gemeindeamt für fünf Bürgermeister – wie geht das?

Das gibt es nur in Oberösterreich! Fünf Bürgermeister teilen sich ein Gemeindeamt, konkret das Gemeindezentrum in Oberndorf bei Schwanenstadt, im Bezirk Vöcklabruck. Fünf Gemeinden – das sind Pitzenberg, Pühret, Rutzenham, Oberndorf bei Schwanenstadt und Schlatt - arbeiten seit 2021 gemeinsam unter einem Dach zusammen.

Unter dem Namen ‚Verwaltungszentrum 5+‘, wie die Arbeitsgemeinschaft offiziell heißt, haben die fünf Bürgermeister ein gemeinsames Gemeindeamt mit gemeinsamen Büroräumlichkeiten, einer gemeinsamen Verwaltung sowie einem Team von elf Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern geschaffen, das für alle fünf Gemeinden gleichermaßen zuständig ist. Das Service-Angebot: Vom Bürgerservice, über die Müllsäcke bis hin zu ID-Austria-Registrierung und Passbehörde – all das ist im Verwaltungszentrum 5 Plus möglich. „Jeden Montag stimmen wir fünf Bürgermeister gemeinsam mit den Amtsleitern aktuelle Themen und anstehende Entscheidungen ab. Dadurch schaffen wir eine einheitliche und effiziente Vorgangsweise, ohne die kommunale Selbstständigkeit einzuschränken.“, streicht Christian Mader, Bürgermeister von Schlatt und Präsident des Oberösterreichischen Gemeindebundes einen der Vorteile der Verwaltungsgemeinschaft hervor. Dort wird genauso über einheitliche Müllgebühren oder einer Förderung für die Uniform des gemeinsamen Musikvereins diskutiert – und schließlich gemeinsam entschieden.

Die moderne Verwaltungsgemeinschaft bringt es aber auch mit sich, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter anders gefordert werden,  flexible Arbeitszeiten und einen interessanten Arbeitgeber haben“, sagt Mader. In Zeiten von Personalproblemen, habe sich das Verwaltungszentrum 5+ sehr gut bewährt, im Vergleich zu anderen Gemeinden, die mit Personalengpässen zu kämpfen haben. Auch finanziell rechnet sich das Gemeindezentrum: „ Wir sind für über 4.500 Einwohner zuständig und sparen alleine durch das Personal bis zu 150.000 Euro im Jahr ein und haben dazu noch ca. 25 bis 30.000 Sachkosten-Einsparung“, kennt Christian Mader die Vorteile der Gemeinschaft.

Mader kontert Gemeindezusammenlegungen

Und wieso  legt man die Gemeinden nicht gleich zusammen? „Diese Frage höre ich immer wieder von jenen, die sich nur mit Details beschäftigen, aber das große Bild nicht vor Augen haben“, sagt Christian Mader. „Wir sind jetzt schon eine besonders effiziente und effektiv arbeitende Verwaltungsgemeinschaft, vergleichbar mit einem Mini-Mehrzweckverband. Was sollen wir denn da noch einsparen?“, fragt er die Kritiker. Die Fusion sei kein Allheilmittel für die Probleme der Gemeinden. Für Mader ist klar, dass leistungsfähige Strukturen nicht zwangsläufig größere Gemeinden bedeuten. „Gemeinden sind weit mehr als Verwaltungseinheiten. Sie sind Heimat, gelebte Gemeinschaft und das Fundament des Ehrenamts. Genau diese Identität wollen wir erhalten. Unser Modell zeigt, dass man Verwaltung effizient organisieren kann, ohne die lokale Eigenständigkeit aufzugeben.“, bekräftigt Christian Mader.

Seinen Amtskollegen österreichweit kann er nur raten: „Schaut bei uns vorbei, schaut euch unser Modell an und ihr werdet überzeugt sein“, sagt Christian Mader.

Von: Sotiria Peischl, Kommunalnet Redaktion

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