Die Gefleckte Weinbergschnecke – ein problematischer Neuling im Beet

Sie stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und Westeuropa, und breitet sich durch den Klimawandel in Mitteleuropa aus. Die Gefleckte Weinbergschnecke vermehrt sich schneller als heimische Gehäuseschnecken, deshalb sollte ihre Ausbreitung beobachtet werden.

Bisher galt die Empfehlung, dass Gärtnerinnen und Gärtner beim Anblick von Gehäuseschnecken in den Grünflächen oder Gärten entspannt bleiben können. Denn unsere heimischen Schneckenarten mit tragbarem Zuhause, wie die bekannte Weinbergschnecke, fressen grüne Pflanzenteile in geringem, unproblematischem Ausmaß.

Bei einem massiven Auftreten der Gefleckten Weinbergschnecke gilt diese Empfehlung nicht mehr

Denn die mediterrane Schnecke frisst, anders als ihre mitteleuropäischen Verwandten, gerne auch frisches, grünes Pflanzenmaterial. Vor allem aber im Frühling, wenn die Pflanzen gerade erst austreiben, oder wenn die mediterrane Art in größerer Zahl auftritt, kann sie zu Schäden an Jungpflanzen führen. Berichten zufolge ist sie immerhin etwas weniger gefräßig als die gefürchtete Spanische Wegschnecke und soll diese sogar vertreiben.
Außerdem muss die Schnecke aufpassen, dass sie nicht selbst verspeist wird, gilt sie doch unter Feinschmeckern als Delikatesse.

Heimische Weinbergschnecke (Helix pomatia)
Copyright: © C. Löser, CC BY 3.0 DE, via commons.wikimedia.org

Wie kann die mediterrane von der heimischen Weinbergschnecke unterschieden werden?

Die eingewanderte Art bleibt etwas kleiner, mit einem maximalen Gehäusedurchmesser von vier Zentimetern. Bei der heimischen Schnecke kann das „mobile home“ einen Durchmesser von fünf bis sechs Zentimetern erreichen.
Das Gehäuse der Gefleckten Weinbergschnecke ist deutlich gerunzelt, und die Färbung ist meistens dunkler mit kontrastreichen, unregelmäßigen Streifen und Flecken Die heimische Weinbergschnecke hat ein hellbraun bis beiges oder hellgelbes Gehäuse, mit zumeist gleichmäßigen, durchgehenden Streifen.
Eindeutig unterschieden werden können die beiden Arten anhand des Gehäusenabels. Dieser Nabel ist bei der Gefleckten Weinbergschnecke vollständig von der Gehäusemündung verdeckt. Bei der heimischen Art befindet sich auf der Unterseite ein kleines Loch.

Die Gefleckte Weinbergschnecke verschließt im Gegensatz zur heimischen Art im Winter ihr Haus nicht mit einem stabilen Kalkdeckel, sondern nur mit einer dünnen Schicht aus getrocknetem Schleim. Daher ist sie zwar in sehr kalten Wintern nicht ausreichend vor Kälte geschützt, aber andererseits ist sie auch nicht auf kalkhaltige Böden angewiesen.

Gefleckte Weinbergschnecke (Cornu aspersum)
Copyright: © JonRichfield, CC BY-SA 4.0, via commons.wikimedia.org

Aufgrund der milderen Temperaturen im Winter wird sich die Gefleckte Weinbergschnecke weiter in den niedrig liegenden Regionen Ostösterreichs ausbreiten. Wir empfehlen, die natürlichen Feinde der Schnecken durch eine naturnahe Grünraumgestaltung zu fördern. Spitzmäuse, Maulwürfe, Amphibien, Vögel und Insekten helfen dabei, ihr Auftreten zu begrenzen.

Weitere Informationen zum Thema Grünraum erhalten Sie beim “Natur im Garten” Grünraumservice unter der Telefonnummer 02742-74333 oder per E-Mail unter gartentelefon@naturimgarten.at.

Von: I.WEIPPL (Quelle: Natur im Garten, Entgeltliche Einschaltung des Landes Niederösterreich)

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