Natürlich leiden alle Pflanzen unter solchen extremen klimatischen Bedingungen. Besonders aber Neupflanzungen, die erst ein ausreichend großes und weitreichendes Wurzelsystem bilden müssen, um sich mit Wasser versorgen zu können.
Von diesen Neupflanzungen sind jene im Vorteil, die im Herbst eingesetzt wurden.
Warum das?
Im Herbst und Winter fallen in der Regel mehr Niederschläge, die Tage sind weniger lang, es kühlt ab und es verdunstet weniger Wasser, während der Baum (oder Strauch) in die Vegetationsruhe eintritt. D.h. er verliert die Blätter und braucht weniger Wasser. Gleichzeitig ist der Boden, in dem er wurzeln soll, ein träges System. Er hat noch Wärme gespeichert, die Wurzeln können noch wachsen, solange der Boden 5 °C hat. Auch wenn sich oberirdisch nichts tut, im Untergrund können die Wurzeln einwachsen, während die Herbstnebel zusätzlich Feuchtigkeit spenden und die Sonne abschirmen.
Der Baum hat also gegenüber Frühjahrspflanzungen zu Saisonbeginn ein, wenn auch noch kleines, Wurzelnetz aufgebaut und somit einen Vorsprung.
Im Frühling gepflanzte Bäume geraten viel rascher unter Stress, wenn es dann (oft schnell) heiß und trocken wird. Sie müssen zusätzlich zum Blattaustrieb auch noch das Wurzelwachstum bewerkstelligen.
Wer den Bäumen zusätzlich helfen möchte, kann wasserspeichernde Zuschlagstoffe in die Pflanzerde mischen.
Tonmineralien wie Bentonit etwa, können sehr viel Wasser aufnehmen und speichern. Die Versorgung des Bodens mit Kompost zur mikrobiellen Belebung trägt ebenfalls zur Wasserspeicherung bei. Die kleinen Helferchen im Kompost, meist Kompostwürmer, Pilze und Bakterien, kleben Tonmineralien und Humusstoffe zusammen, was eine sehr feinkrümelige Struktur des Bodens ergibt. Wasser und Nährstoffe können dadurch sehr gut gespeichert werden.
Auf Zellulose basierte Hydrogele sind als Wasserspeicher sehr gut für Pflanzgruben geeignet. Ein Gramm dieser auf Holzbasis hergestellten Hydrogele oder netzartigen Zellulosematten kann bis zu 300 ml Wasser aufnehmen und speichern. Nach 2-5 Jahren ist das Gel dann rückstandsfrei abgebaut – sofern es zu 100% aus Zellulose besteht.
Aus synthetischen Materialien beruhende Hydrogele sind nicht zu empfehlen, weil sich beim Abbau Mikroplastik im Boden ablagert. Weitere Informationen zu diesem und allen anderen Grünraumthemen bekommen Sie am „Natur im Garten“ – Telefon 02742-74333 oder gartentelefon@naturimgarten.at


