Regionaltypisches Saatgut säen und Insektenvielfalt ernten

Artenreiche Kräuterrasen, Naturwiesen und Blühflächen sind ein wichtiger Bestandteil unserer Kulturlandschaft. Sie bieten Lebensraum und Nahrung für zahlreiche Insekten, Vögel und andere Tiere. Doch nicht jedes Saatgut erfüllt diesen Zweck gleichermaßen. Worauf ist bei der Auswahl von Samenmischungen zu achten?

Im Handel sind verschiedenste Samenmischungen erhältlich. Sie tragen häufig klingende Namen wie „Nützlingsweide“ oder „Bienenparadies“. Um zu wissen, ob sie tatsächlich diese Versprechen erfüllen, lohnt es sich, einen genauen Blick auf die enthaltenen Pflanzenarten und -sorten zu werfen.

Positiv ist zunächst, wenn die Samenmischung Arten oder Sorten enthält, die tatsächlich von heimischen Insektenarten genutzt werden können. Manche Zierformen, wie etwa gefüllte Blüten, sind nämlich nicht als Futterquelle für Bestäuber geeignet.
Auch nicht heimische Pflanzenarten können einen hohen Wert für Bestäuber haben, aber dann zumeist für die sogenannten „Generalisten“. Dazu zählen etwa Honigbienen, die sehr viele Blütenarten nutzen können und von vielen Pflanzenarten profitieren.

Futter für die Wildbienen

Es ist immer noch wenig bekannt, dass es eine unglaubliche Vielfalt von heimischen Wildbienen gibt, allein in Niederösterreich kommen etwa 600 Arten vor. Viele davon sind, im Gegensatz zur Honigbiene, hoch spezialisiert. Das bedeutet, sie können nur eine oder wenige Blütenarten als Futterquelle nutzen. Leinbienen etwa sammeln Gelb-Lein oder Zotten-Lein, und statten ihre Nester mit den Blütenblättern aus. Weibchen der Natternkopf-Mauerbiene sammeln ausschließlich den Pollen des Natternkopfs.

Diese Samenmischung besteht hauptsächlich aus einjährigen Zierarten.
Copyright: © „Natur im Garten“

Für diese Arten ist es überlebenswichtig, dass es ein Angebot dieser Blüten gibt. Auch bei anderen Bestäubern, wie Schmetterlingen, gibt es viele Spezialisten. Diese werden am besten gefördert, wenn Saatgut verwendet wird, dass zur Gänze aus heimische Wildpflanzenarten besteht. Neben Wildbienen und Schmetterlingen werden damit auch zahllose andere heimische Insekten- und Tierarten gefördert.

Regionaltypisches Saatgut

Noch besser ist es, wenn regionaltypisches Saatgut verwendet wird, also Samen von Pflanzen aus einer biogeografischen Region. Samen aus Pflanzen von regionalen Beständen sind optimal an die jeweiligen Boden- und Klimaverhältnisse angepasst. Diese können aus Wildsammlungen oder aus Anbau stammen.

An dieser Böschung wurden trockenheitsverträgliche heimische Arten angesät.
Copyright: © „Natur im Garten“

Eine weitere Empfehlung:

Achten Sie darauf, dass die Saatgutmischung zu mindestens achtzig Prozent aus Blumensamen besteht, und nur etwa zu zwanzig Prozent aus Gräsern. Ist das Verhältnis umgekehrt, handelt es sich zumeist um Samenmischungen für vorwiegend landwirtschaftliche Nutzungen.

„Natur im Garten“ Partnerbetriebe, die heimisches Wildblumensaatgut anbieten, finden Sie auf unserer Webseite unter https://www.naturimgarten.at/unser-angebot/unsere-partnerbetriebe.html.

Weitere Informationen zum Thema Grünraum erhalten Sie beim “Natur im Garten” Grünraumservice unter der Telefonnummer 02742-74333 oder per E-Mail unter gartentelefon@naturimgarten.at.

Von: I.WEIPPL (Quelle: Natur im Garten, Entgeltliche Einschaltung des Landes Niederösterreich)

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