Natur im Garten

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21.12.2020

Kaliseife – den Läusen sauber auf den Pelz gerückt

Diese Woche steht wieder Grünraum-Wissen Pflanzenschutz im Vordergrund. Es geht um einen Wirkstoff, der bereits 1947 als Pflanzenschutzmittel eingesetzt wurde und bis heute verwendet wird. Kaliseife, oder auch Schmierseife, oder auch – wie im offiziellen Pflanzenschutzregister- Fettsäuren, Kalisalze. Schwierige Namen für einen schmierigen Stoff.

Es gibt wenige Wirkstoffe, die länger als ein halbes Jahrhundert im Einsatz sind. Kaliseife, aber auch Pyrethrum oder einige Kupfersalze wären Beispiele; Kaliseife hat jedenfalls bald den 80. Geburtstag. Für ein Insektizid ein stolzes Alter.

Und es wirkt immer noch…

Kaliseife wird in erster Linie gegen weichhäutige Insekten und Spinnmilben eingesetzt. Weichhäutig sind zum Beispiel Blattläuse oder Weiße Fliegen. Eine weiche Außenhaut ist Voraussetzung für die Wirkung, denn Kaliseife wirkt physikalisch: Die Haut des Insekts oder der Milbe wird aufgeweicht, verliert seine Funktion als Feuchtigkeitsrückhaltung und die Tiere vertrocknen. Bei Käfern und anderen Gliederfüßlern mit harter Haut hilft Kaliseife gar nicht. Die Tiere sind lediglich gut gewaschen, denn Kaliseife/ Schmierseife ist auch ein Haushaltsreiniger. Sie gilt als nützlingsschonend, aber leider nicht für alle Tiere. Schwebfliegenlarven beispielsweise leiden, und als Nützling sind sie gute Blattlausfresser. Auch in Gewässern ist Seife nicht gut.

Was ist jetzt eigentlich Kaliseife?

Ein kurzer Ausflug in die Chemie zeigt, dass Seifen eine Verbindung von Fett(-säuren) und Metallen sind. Hierzu wird ein Fett mit einer Lauge gekocht. Nehme ich Natronlauge (enthält Natrium), dann erhalte ich die schöne, feste Handwaschseife. Nehme ich Kalilauge, dann entsteht Kaliseife, vulgo Schmierseife. Die ist eher flüssig, eben schmierig, und sehr viel besser pflanzenverträglich als die Natriumseifen. Selbst herstellen darf ich mir das Pflanzenschutzmittel jedoch nicht. Ein als Pflanzenschutzmittel zugelassenes Präparat muss gekauft werden (siehe www.naturimgarten.at/pflanzenschutzmittel). Das ist zwar teurer, aber auch geprüft.

Kurztipps

  • Kaliseife wirkt nur gegen weichhäutige Insekten und gegen Milben, ein Präparat auch gegen Kirschessigfliege. 2-3 Anwendungen innerhalb 10 Tagen bei Spinnmilben und Weißen Fliegen. Gegen Läuse reicht eine Anwendung meist aus.
  • Weiches Wasser zum Anrühren verwenden. Hartes Wasser vermindert die Wirkung
  • Am besten erst das Wasser, dann das Konzentrat hinzu. Sonst Schaumbad in der Spritze.
  • Läuse bleiben 2-3 Tage auf den Blättern zurück, das kann irritieren, aber sie sind tot
  • Kontaktmittel! Nur was getroffen wird verendet auch.

Mehr Informationen erhalten Sie beim Grünraumservice von „Natur im Garten“: Telefon 02742/74333 oder https://www.naturimgarten.at/gemeinde

– I.WEIPPL (Quelle: Natur im Garten, entgeltliche Einschaltung des Landes Niederösterreich)

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