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29.06.2021

Lilienhähnchen: Ungustiöser Schädling an Lilien

Vom äußeren Erscheinungsbild her ist das Lilienhähnchen ein prachtvoll rot gefärbter, hübscher Käfer. Nimmt man den Käfer in die Hand und drückt ihn leicht, gibt er leicht zirpende Geräusche von sich. Leider macht er sich über Liliengewächse her!

Der Käfer verursacht enorme Schäden an Blättern und Blüten – bis hin zum Kahlfraß – an allen Liliengewächsen wie etwa Kaiserkrone oder Madonnenlilie. Im Gemüsegarten machen sich die Tiere auch an Schnittlauch, Zwiebel und Porree zu schaffen.

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Die meiste Schadwirkung verursachen jedoch die Larven des Käfers. Diese haben eine unkonventionelle aber durchaus wirkungsvolle Methode gefunden, um sich vor Fressfeinden zu schützen. Sie umgeben sich mit ihrem eigenen Kot, was ihnen ein schleimig – schmieriges Aussehen verleiht. Man könnte sie leicht mit Vogelkot oder einer kleinen Nacktschnecke verwechseln. Es ist wahrscheinlich, dass sie entweder diese Tarnwirkung oder das unappetitliche Aussehen vor natürlichen Feinden weitgehend schützt.

Der Befall kann sich bemerkbar machen, wenn Blütenknospen nicht aufblühen und abfaulen. An den Blättern ist zunächst Lochfraß zu bemerken, bei starkem Befall werden die Blätter bis zur Mittelrippe abgefressen. Die Käfer beginnen ab Mitte März an den Blättern zu nagen, die Eiablage erfolgt kurz darauf, die Larven schlüpfen ab April. Bei warmer Witterung sind 3 Generationen pro Jahr möglich.

Lilienhähnchen können durch das Stäuben von Gesteinsmehl auf die Pflanze vertrieben werden, was aber im öffentlichen Grünraum, durch die graue Staubschicht kein schöner Anblick ist.

Wirksamer ist das Abspritzen der Pflanzen mit einem Wasserstrahl, die Larven sind nicht in der Lage wieder auf die Pflanzen zu klettern.

Als ökologisches Pflanzenschutzmittel sind Neem – Präparate empfehlenswert. Es handelt sich dabei um Extrakte des indischen Neem – Baumes. Sie haben eine hormonelle Wirkung auf Insekten, wodurch sich die Larven nicht weiterentwickeln (häuten) können und ihre Fraßtätigkeit einstellen. Neem – Präparate haben eine teilsystemische Wirkung, d.h. der Wirkstoff dringt in die benetzten Pflanzenteile ein  und wird bei der Fraßtätigkeit von den Insekten aufgenommen. Der Schädling muss also gar nicht unbedingt mit diesem Präparat „getroffen“ werden.

Nähere Infos unter www.naturimgarten.at/pflanzenschutzmittel und beim Grünraumservice von „Natur im Garten“ 02742-74333 oder unter www.gartentelefon24.at

– I.WEIPPL (Quelle: Natur im Garten, entgeltliche Einschaltung des Landes Niederösterreich)

 

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