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Infrastruktur

20.08.2021

100 Mio. Euro für Grazer Radoffensive

Mit der Radoffensive Graz 2030 will die steirische Landeshauptstadt dort anschließen, wo sie sich bereits Anfang der 1980er-Jahre einen Namen gemacht hat: Als Vorreiterin in Sachen sanfte Mobilität. Graz soll wieder eine Radhauptstadt werden. Mit der Beschlussfassung für das 100-Millionen-Euro-Budget ist das – zumindest finanziell – bereits gelungen. Diese 100 Millionen Euro werden in den nächsten zehn Jahren in Graz in das Radwegenetz investiert. Dabei geht es nicht nur um sechs neue Radkorridore durch das Stadtgebiet, auch das bestehende Radwegenetz soll aufgewertet und deutlich ausgebaut werden.

Im nationalen sowie im internationalen Vergleich liegt die Stadt Graz bei den jährlichen pro-Kopf-Ausgaben für Radverkehrs-Infrastruktur weit vorne. Österreichische Landeshauptstädte geben durchschnittlich 5,26 Euro in diesem Bereich pro Kopf aus, mit der Radoffensive 2030 bringt die Landeshauptstadt dieses Budget auf 33 Euro pro Kopf.

Masterplan von Stadt und Land präsentiert

Im Grazer Rathaus präsentierten nämlich der Grazer Bürgermeister Siegfried Nagl, Stadträtin Elke Kahr, die politischen Entscheidungsträger im Land, Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer und LH-Stellvertreter Anton Lang, Masterplaner Stefan Bendix sowie der Grazer Baudirektor Bertram Werle und sein steirisches Pendant Andreas Tropper, den Masterplan für die Radoffensive Graz 2030 von Stadt und Land.

Mit dem Brüsseler Städteplaner und Architekten Stefan Bendiks haben die Stadt Graz und das Land Steiermark gemeinsam einen international gefragten Radverkehrs-Experten als „Masterplaner” engagiert. Sein Büro hat die Gesamtkoordination der sechs lokalen Sektorenplaner übernommen und ist verantwortlich für die übergeordnete Netz- und Systemplanung. In Summe waren und sind mehr als 50 Expertinnen und Experten mit der Erarbeitung des Masterplans befasst.

Radmobilität nicht zum Selbstzweck

Bendiks plädiert dafür, Radverkehr nicht nur als reinen Selbstzweck isoliert zu betrachten: „Die Verlagerung von einem Teil des motorisierten Individualverkehrs auf das Fahrrad hat im Zuge eines nachhaltigen Mobilitätswandels jede Menge positive Auswirkungen auf die Entwicklung urbaner Räume. Es entstehen neue Begegnungs- und Verweilzonen sowie zusätzlicher Grünraum. Zugleich sinken der Lärmpegel und die Abgasbelastung – in Summe kann eine Stadt wie Graz durch eine solche Offensive noch attraktiver werden und an Lebensqualität gewinnen.”

So geht es nach 2030 weiter

Bislang sind 22 Teilstücke auf diversen Haupt- und Nebenrouten so weit durchgeplant, dass nach Einreichung und Genehmigung durch das Straßenamt mit der baulichen Umsetzung begonnen werden kann. Die Realisierung dieser Teilstücke erfordert fast das gesamte bis 2030 veranschlagte Budget von 100 Millionen Euro. Bisherige Gespräche der Verkehrsplanung des Landes Steiermark mit der Klimaschutzinitiative des Bundesministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK) lassen eine deutliche Erhöhung des Budgets der Radoffensive Graz 2030 erwarten.

Die Planer nehmen sich daher bereits jener Lückenschlüsse an, die – spätestens – nach 2030 zur Vervollständigung des Gesamtnetzes benötigt werden.

– REDAKTION

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