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23.08.2021

Fungizideinsatz im Herbst nicht sinnvoll

Die ersten Morgennebel, längere Nächte und generell feuchtere Witterung machen sich auch an den Blättern vieler Pflanzen in Form von Pilzinfektionen bemerkbar. Das bedingt nun Anfragen beim „Natur im Garten“ – Telefon, ob Spritzungen möglich sind.

Die Antwort darauf ist ein klares Nein. Natürlich wollen wir die Antwort nicht so einsilbig stehen lassen und dafür eine Erklärung geben. Fast alle krankheitserregenden Pilze lieben Feuchtigkeit und so ist es klar, dass mit diesem Problem vermehrt am Ende der Vegetationsperiode zu rechnen ist.

Warum das klare nein: Es lohnt jetzt nicht mehr

Abgesehen davon wirken viele Mittel, die beim biologischen Gärtnern eingesetzt werden, vorbeugend, wie etwa Schachtelhalmpräparate oder Hydrogencarbonat (Backpulver). Diese hätten also bereits früher eingesetzt werden müssen, um ihre Wirksamkeit rechtzeitig zu entfalten. Da der Laubfall nun aber unmittelbar bevorsteht, können sich die GrünraumbetreuerInnen, hinsichtlich des Ausbringens von Fungiziden, entspannt zurücklehnen. Das lohnt sich nicht mehr! Speziell die kranken Blätter fallen ohnedies früher ab als die gesunden.

Lieber befallenes Laub rechen

Sinnvoller und wichtiger als Fungizide zu spritzen ist jedoch das Aufsammeln, oder Zusammenrechen des Laubes befallener Pflanzen. Die Verbreitungsstadien vieler namhafter phytopathogener Pilze überwintern nämlich im Falllaub. Der Rosenrost und der Sternrußtau an der Rose, die Teerfleckenkrankheit an Ahorn, die Blattbräunekrankheit an Platane und Rosskastanie zählen zum Beispiel dazu, um nur einige zu nennen. Durch die Entsorgung des Laubs befallener Pflanzen können die  Infektionswellen im kommenden Jahr stark eingeschränkt, oder sogar verhindert werden.

Bei der Rosskastanie hat die Entsorgung des Laubs noch den zusätzlichen Vorteil, dass damit auch die Puppen der Kastanienminiermotte unschädlich gemacht werden. So kann einer ersten Befallswelle mit der Kastanienminiermotte im Frühling ebenfalls effizient vorgebeugt werden.

Nähere Infos zu diesem und allen anderen Grünraumthemen erhalten Sie beim Grünraumservice am „Natur im Garten“ Telefon (02742/74333, gartentelefon@naturimgarten.at )

– I.WEIPPL (Quelle: Natur im Garten, entgeltliche Einschaltung des Landes Niederösterreich)

 

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