Praktikanten gesucht! Warum Gemeinden Ferialjobs anbieten

Der Sommer steht vor der Tür und viele junge Menschen haben zum ersten Mal in ihrem Leben einen Ferialjob – die Klassiker sind Eis verkaufen, Kellnern oder Regale auffüllen. Doch warum nicht mal ein Praktikum bei der Gemeinde?

Große Städte wie Leoben bieten jährlich Prakikumsplätze in verschiedenen Abteilungen der Stadtverwaltung sowie anderen kommunalen Betrieben an. Die Plätze sind meist schnell vergeben – für 2026 sind keine Bewerbungen mehr möglich.

Win-Win-Situation für Gemeinde und Jugendliche

Die Gemeinde St. Leonhard am Forst beschäftigt jeden Sommer Ferialpraktikanten – warum, ist leicht erklärt: Es ergibt sich eine Win-Win-Situation für die Jugendlichen und für die Gemeinde. Bürgermeister Hans-Jürgen Resel: „Ich mache das, damit junge Menschen die Gemeinde besser kennenlernen.“ Er ist überzeugt: „Wenn jedes Jahr von den rund zehn Praktikanten etwa die Hälfte der Gemeinde treu bleibt – in einem Verein, als Helfer bei Veranstaltungen oder sogar in der Kommunalpolitik – dann ist das ein Gewinn für die Gemeinde.“ Gleichzeitig bekommt die Kommunalpolitik einen Einblick in die Perspektive der Jugendlichen.

Die Aufgaben reichen von Hilfstätigkeiten bei Veranstaltungen über Bauhof-Praktika, Ferienbetreuung im Kindergarten bis hin zu Grundreinigung der Schulgebäude oder sogar Jugendbefragungen. Die meisten Schülerinnen und Schüler machen bei einem Ferialpraktikum ihre ersten Berufserfahrungen.

Automat statt Praktikant

Auch in der Gemeinde St. Oswald im Südlichen Waldviertel werden jeden Sommer Ferialjobs ausgeschrieben. Normalerweise habe man vier bis fünf Jugendliche, erzählt Bürgermeisterin Rosemarie Kloimüller, nur dieses Jahr habe sich noch niemand gemeldet. Für die Badeteichkantine, die normalerweise immer von Praktikanten besetzt werde, habe man sich nun einen Getränkeautomaten angeschafft, so die Bürgermeisterin.

„Der Kindergarten und die Schule sind gerade neu gebaut worden, daher fallen da auch nicht viele Reinigungsarbeiten an“, meint sie.  Auch fürs Unkrautjäten auf den Gehsteigen finde man eine Lösung. Natürlich sei es schade, dass sich niemand gemeldet hat, aber man bleibt positiv: „Vielleicht meldet sich ja noch jemand. Wir sind da relativ flexibel.“

Die Ferialpraktikanten werden meist geringfügig angestellt und bekommen durch die verschiedenen Aufgaben einen Einblick in kommunale Dienstleistungen.

Von: Eva Schubert

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