Gleich zu Beginn des Gesprächs erläutert Hengstschläger, warum Investitionen in die frühe Bildung langfristig den größten gesellschaftlichen Nutzen bringen. Kindergärten sind der ideale Ort, um Talente zu entdecken und die natürliche Neugier von Kindern zu fördern. Ein Euro in der Elementarpädagogik ist so viel Wert wie 10 Euro an den österreichischen Universitäten“, sagt Markus Hengstschläger. Der Experte plädiert in dem Zusammenhang auch für eine Änderung des Bildungssystems: „Wir brauchen ein Bildungssystem, das darauf aus ist, die Talente der jungen Menschen zu entdecken und fördern und die Lösungsbegabung der nächsten Generation zuzulassen. Das fehlt bei uns in Österreich“, sagt Markus Hengstschläger.
Einen Schwerpunkt des Gesprächs zwischen Pressl und Hengstschläger bildet die aktuelle Entwicklung unserer Gesellschaft samt Technologie und KI. Dabei spricht sich der Experte für die Chance und den Nutzen neuer technologischer Entwicklung und KI in allen unseren Bereichen aus. „Für technische Dinger wird uns KI und IT massiv helfen. Ich sage aber auch ganz deutlich: Mensch zu Mensch werden wir nie ersetzen können“, sagt Markus Hengstschläger. Künftig brauche es daher auch mehr Erklärung und Interaktion zwischen Wissenschaft und Medien sowie eine Begleitung und „Übersetzung“ der Themen in die Sprache der Bevölkerung. Dabei verweist Hengstschläger auf die Fehler der Coronapandemie, wo viel Vertrauen verloren gegangen sei und kommunikative Fehler gemacht wurden.
Und was haben all diese Themen mit den Gemeinden und Bürgermeistern zu tun?
Für Hengstschläger sind Gemeinden jene Orte, wo die Zukunft Österreichs entschieden wird. Gemeinden verfügen über die entscheidenden Komponenten, die Menschen für ihr Leben und ihre Entwicklung benötigen: Gemeinschaft, Begegnung, Interaktion, Bildung und Innovation.
Erfolgreiche Führung von Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern macht für den Experten aus, „wenn die handelnden Personen ihr Potenzial erkennen, und einerseits auf verlässliche Strukturen setzen und andererseits den Mut haben, neue Wege zu gehen und Veränderungen aktiv zu gestalten“, sagt Hengstschläger.
Und welche drei Dinge würde Markus Hengtschläger als Bürgermeister in 100 Tagen als erstes umsetzen? “Ich würde ein Talente-Scouting in der Gemeinde einführen, regelmäßige Fortbildungsveranstaltungen mit unterschiedlichsten Menschen veranstalten sowie Begegnungsplätze schaffen“, sagt Markus Hengstschläger abschließend.
Die wichtigsten Erkenntnisse:
- Frühkindliche Bildung ist eine der wirksamsten Zukunftsinvestitionen.
- Neugier und Talente müssen früh erkannt und gefördert werden.
- Künstliche Intelligenz braucht klare ethische Leitplanken.
- Der Mensch muss auch in einer digitalen Welt die Verantwortung behalten.
- Gute Führung verbindet Sicherheit mit Innovationskraft.
- Wissenschaft und Politik sind aufeinander angewiesen.
- Kritisches Denken und Recherchekompetenz werden zu Schlüsselqualifikationen der Zukunft.
- Gemeinden können den gesellschaftlichen Wandel aktiv mitgestalten.


