„Stein vom Herzen gefallen“
Neuerlich gescheitert an der Vier-Prozent-Hürde sind die NEOS, die auf 2,1 Prozent kommen. Die Liste Hausverstand (HAUS) erreicht 0,8 Prozent und schafft es damit ebenfalls nicht in den Landtag. Die Wahlbeteiligung lag bei 78,7 Prozent der Wahlberechtigten (2020: 74,94 Prozent). Doskozil ist nach eigenen Worten bei der Verkündung der Hochrechnung ein „Stein von Herzen gefallen“. Er will nun mit allen drei möglichen Koalitionspartnern – FPÖ, ÖVP und Grünen – Gespräche führen und dabei ergründen, mit wem es die größten Schnittmengen gibt. Erfreut zeigte sich auch der von Doskozil viel kritisierte Bundesparteichef Andreas Babler. „Das Burgenland bleibt rot, eine blau-schwarze Mehrheit konnte verhindert werden“, jubelte dieser.Für Kickl „großartiger Wahlerfolg“
Der freiheitliche Spitzenkandidat Hofer, dessen Partei sich mehr verdoppelte, freute sich über den Rekordzuwachs und sprach von einem „sehr sehr erfreulichen Ergebnis“. Der einzige Wermutstropfen dabei: „Natürlich wäre es mir lieber gewesen, wenn an uns vorbei keine Koalition möglich gewesen wäre.“ FPÖ-Chef Herbert Kickl bejubelte den „großartigen Wahlerfolg“, die „freiheitliche Welle der Erneuerung“ sei von den Wählern fortgesetzt worden. ÖVP-Spitzenkandidat Christian Sagartz sah „keinen guten Tag für uns als Volkspartei“, Alexander Pröll, Generalsekretär im Bund, ortete „schmerzliche Verluste“. Parteiobmann Christian Stocker meinte bei einem Besuch im Eisenstädter ÖVP-Haus, mit dem Ergebnis könne man nicht zufrieden sein. Es gebe aber „auch in der Politik ein Übermorgen“, unternahm Stocker den Versuch einer Aufmunterung.Grüne „stehen bereit“
Grünen-Landessprecherin und Spitzenkandidatin Anja Haider-Wallner machte den Willen zum Mitregieren deutlich: „Wir stehen bereit, Verantwortung zu übernehmen.“ Auch Olga Voglauer, Generalsekretärin auf Bundesebene, bekräftigte dies. Bundesparteichef Werner Kogler sah Doskozil vor der Entscheidung, „ob es mit Betonierern zurück in die Vergangenheit geht oder mit den Grünen in eine fortschrittliche und gute Zukunft“. NEOS-Spitzenkandidat Christoph Schneider versuchte, trotz des deutlich verpassten Einzugs in den burgenländischen Landtag Optimismus zu versprühen: „Wir waren noch nie so sichtbar wie jetzt.“ Geza Molnar räumte den verpassten Einzug mit seiner Liste Hausverstand ein. „Mir geht es gut. Ich bin froh, dass ich das gemacht habe“, erklärte er. Mit dem Verlust der absoluten Mandatsmehrheit der SPÖ im Burgenland gibt es nun österreichweit kein Bundesland mehr, in dem eine Partei allein regiert. Davor war im Jänner 2023 die ÖVP-Absolute in Niederösterreich (samt der Mehrheit in der Landesregierung) verloren gegangen. Die Burgenland–Wahl brachte auch einige Rekordwerte. Die FPÖ feiert einen historischen Zuwachs, das bisher beste Ergebnis und erstmals den zweiten Platz im Burgenland. Die ÖVP muss nach den Landtagswahlen in der Steiermark und Vorarlberg eine weitere historische Wahlschlappe und erstmals Rang drei hinnehmen.– REDAKTION(Quelle: APA)


