Was Gemeinden als entscheidend sehen
Die Gemeinden reihen als wichtigste Faktoren für ein gutes Leben im Alter: medizinisch/pflegerische Versorgung an erster Stelle, gefolgt von sozialer Teilhabe, barrierefreien Wohn- und Lebensräumen, Unterstützung für Angehörige sowie Mobilität und Erreichbarkeit. Viele Rückmeldungen verweisen zudem auf bereits vorhandene Strukturen: Genannt werden u. a. mobile Pflege- und Betreuungsdienste (88,7 %), Gemeinschafts-/Freizeitangebote (87,1 %) und Alltagsunterstützung wie Essen auf Rädern (84,7 %).Übergänge und passende Strukturen
Die größten Lücken sehen die Umfrage-Teilnehmer dort, wo Übergänge zu einem unterstützten Leben im Alter organisiert und abgesichert werden müssen: 69,0 % nennen fehlende Kurzzeit-/Übergangspflege, 56,9 % fehlende alternative Wohnformen. Auch Mobilitätsangebote sind vielerorts noch nicht ausreichend verankert.Wo jeder Euro am meisten Wirkung erzielt
Aus den Rückmeldungen lässt sich auch ableiten, wo Investitionen besonders schnell spürbar werden: Kurzzeit- und Tagespflege wirken als notwendiger Systempuffer, der Angehörige entlastet und Pflege zu Hause stabil hält. Wohnformen und Barrierefreiheit oder auch Tagesbetreuungsstätten sind praktische Pflegeprävention, weil sie den abrupten „Sturz in den Pflegebedarf“ verhindern. Mobilität ist der Zugangsschlüssel – ohne Rufbus oder Seniorentaxi bleiben Angebote zu oft am Papier. Dazu braucht es Orientierung im Pflegesystem: eine Ansprechstelle, die Betroffene und Angehörige durch eine nachvollziehbare „Pflege-Kaskade“ führt – von Information und Beratung bis zur passenden Leistung. Und klar ist auch: Ohne Planbarkeit in Finanzierung und Förderung lassen sich erfolgreiche Modelle nicht in die Fläche bringen.Nach dem Pflege-Dialog am 22. Jänner – Kommunale Pflegestrategie bis März
Die Ergebnisse der Umfrage fließen in die Diskussion der Tagung zu Vorsorge und Pflege am Donnerstag, 22. Jänner 2026 von 10-14 Uhr ein. Dort kommen Wissenschaft und kommunale Praxis zusammen und diskutieren, was in Gemeinden bereits machbar ist – und was künftig notwendig wird: von Nachbarschaftshilfe und Mobilität im Alter über Community Nursing bis zur Tagesbetreuung, auch in überregionalen Kooperationen. Ziel ist es, aus Beispielen und Erkenntnissen Handlungsanleitungen abzuleiten, die in ein Positionspapier des Gemeindebundes zur kommunalen Pflegestrategie einfließen und im März 2026 dem Bundesvorstand vorgelegt werden soll. Mehr Infos zu den „Pflege-Gesprächen“ des Gemeindebundes: https://gemeindebund.at/termine/pflege-gesprache-teil-2-am-22-janner-2026/-REDAKTION
Programm “Pflege-Gespräch”


