Delegationsleiter und Bürgermeister Stefan Schröter (Ziersdorf), war gemeinsam mit Bürgermeister Leonard Brassat (Petronell Carnuntum) und den Gemeinderäten Leo Weber, Sebastian Zahlbruckner und Daniel Krainer in die Ukraine gereist.
„Wir sind durchaus mit einem mulmigen Gefühl weggefahren“, erzählt Stefan Schröter nach der Reise. Am Vortag der Ankunft erlebte Kyiv die schwersten Angriffe seit Ausbruch des Kriegs mit 600 Drohnen und 90 Raketen. „In Kyiv selbst hat sich unser anfängliches Unwohlsein sofort geändert . Ich habe mich nie unsicher gefühlt“, sagt der Ziersdorfer Bürgermeister. Die Österreichische Botschaft hat die Delegation vom Ankommen bis zum Abreisen perfekt begleitet. Jeder war über sein Handy mit dem Alarm-System der Ukraine ausgestattet. Laufend habe man Warnungen bekommen und gleichzeitig den nächsten Schutzbunker angezeigt bekommen. „Man muss sich vorstellen, dass Kyiv eine total westliche, moderne und digitale Stadt ist, in der das Leben ganz normal weiter läuft, aber nebenbei auch noch Krieg stattfindet – und das in der modernsten Form, die wir uns vorstellen können“, sagt Stefan Schröter. Die Menschen würden ganz normal in die Arbeit gehen, Kinder spielen am Spielplatz, Gäste sitzen im Kaffeehaus. „Das Leben findet weiterhin statt“, schildert Schröter seine Eindrücke. Und das bemerkenswerteste bei seinen Eindrücken aus Kyiv: „Die Menschen haben so einen unbändigen Willen, wollen unbedingt, dass der Krieg vorbei ist, bauen sofort alles auf, was zerstört wurde und geben nicht auf“, das war extrem beeindruckend zu sehen und zu spüren“, sagt der Jungbürgermeister.
Auch der Bürgermeister aus Petronell-Carnuntum zeichnet ein ähnliches Bild seiner Eindrücke: „Die Stärke und Widerstandskraft der Menschen in der Ukraine sind beeindruckend. Trotz des Krieges bemühen sie sich um ein normales Leben. Die Erinnerung an die vielen Gefallenen stimmt nachdenklich und berührt zutiefst – vor allem als junger Mensch sieht man die hohen Zahlen an großteils jungen gefallenen Soldaten mit anderen Augen“, erzählt Leonard Brassat.
Neben der eigentlichen Einladung – dem internationalen Summit der Städte und Regionen in Kyiv – besuchte die Delegation das ehemalige Atomkraftwerk Tschernobyl sowie einige aktuelle Angriffs-Tatorte. Auch eine Stadtrundfahrt sowie ein Fußmarsch durch Kyiv waren dabei. „Bei einer Fahrt mit der U-Bahn haben wir ganz zufällig Bürgermeister Vitaly Klitschko getroffen und mit ihm gleich ein Selfie gemacht“, erzählt Leonard Brassat.
Und was nehmen die Bürgermeister von ihrer Reise mit nach Hause?
„Einerseits kommt man sehr dankbar und demütig nach Hause zurück. Andererseits würde ich sofort wieder nach Kyiv fahren und auch andere Bürgermeister oder Gemeinderäte dazu zu ermutigen in die Ukraine zu reisen“, sagt Stefan Schröter. Das Land habe so viel Potenzial, es sei so wichtig schon jetzt Kontakte zu knüpfen, Partnerschaften aufzubauen und an das Land zu glauben“, sagt der Ziersdorfer Bürgermeister. Leonard Brassat aus Petronell-Carnuntum ergänzt: „Diese Eindrücke, die wir in der Ukraine gewonnen haben, kann man nur vor Ort nachempfinden, keine Berichterstattung bei uns kann die Situation so spürbar machen wie die persönliche Erfahrung, die man mitnimmt.“
Stefan Schröter, der Leiter der diesjährigen Delegation des Österreichischen Gemeindebundes nimmt für sich konkret mit: „Wir alle dürfen die Ukraine nicht vergessen! Ich nehme mir vor, eine Partnerschaft mit einer Gemeinde in der Region Lemberg zu gründen sowie ukrainischen Kindern ein Sommerferienlager in seiner Gemeinde anzubieten“, sagt Schröter.


