Wieso in Krumbach das Schwimmbad gratis ist

Alle Jahre wieder sucht die Marktgemeinde Krumbach Personal für die Sommersaison im Freibad. Auch heuer wurde wieder nach Badeaufsichten gesucht, allerdings konnten nicht genügend qualifizierte Kräfte für die gesamte Saison gefunden werden. Deshalb hat sich die Gemeinde dazu entschlossen, in diesem Sommer ein neues Modell auszuprobieren.

Seit 30. Mai ist das Freibad nun bei freiem Eintritt geöffnet. Eine klassische Badeaufsicht gibt es nicht. Stattdessen hat die Gemeinde das Buffet übernommen und dort Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angestellt, die einerseits ein Auge auf den laufenden Badebetrieb haben und andererseits den Buffetbetrieb betreuen. Viele von ihnen verfügen über eine Erste-Hilfe-Ausbildung, alle können schwimmen und sind sportlich. „Das hilft uns natürlich sehr“, sagt Bürgermeister Christian Stacherl. Gleichzeitig kann die Gemeinde durch den Buffetbetrieb zusätzliche Einnahmen erzielen und hofft, dass sich diese positiv auf das Gesamtergebnis des Freibades auswirken.

Erleichtert wird dieses Modell dadurch, dass das Freibad weder über einen Sprungturm noch über eine Rutsche verfügt. Die Besucherinnen und Besucher haben die Neuerung laut Bürgermeister Christian Stacherl positiv aufgenommen und sich rasch daran gewöhnt.

Kostendeckender Betrieb weiterhin nicht möglich

„Finanziell bringt das Modell Einsparungen von rund 20.000 Euro bei den Kosten für Badeaufsicht beziehungsweise Kassa. Dafür verzichtet die Gemeinde auf die Eintrittsgelder, die in den vergangenen Jahren rund 12.000 Euro betragen haben. Unter dem Strich ergibt sich daraus eine Ersparnis von etwa 8.000 Euro“, rechnet der Bürgermeister vor. Zusätzlich können durch den Buffetbetrieb Einnahmen erzielt werden, wobei hier natürlich auch Ausgaben für das Personal anfallen. „Die Kosten des Freibadbetriebs werden dadurch zwar reduziert, ein kostendeckender Betrieb ist jedoch weiterhin nicht möglich“, weiß Christian Stacherl. Neben den Personalkosten fallen laufende Ausgaben für Energie, Wasser, Chemikalien sowie die täglichen Kontrollen der Wasserqualität an. Auch die Mitarbeiter, die jeden Morgen die notwendigen Überprüfungen durchführen, verursachen entsprechende Kosten.

Für die Gemeinde steht daher nicht die Gewinnerzielung im Vordergrund, sondern die Möglichkeit, den Gästen auch weiterhin einen attraktiven Badebetrieb im Sommer anzubieten. Heuer wird dieses Modell als Pilotprojekt erprobt. Wie der Freibadbetrieb in den kommenden Jahren organisiert wird, lässt sich derzeit noch nicht sagen. „Die Erfahrungen der laufenden Saison werden eine wichtige Grundlage für zukünftige Entscheidungen sein“, sagt Bürgermeister Stacherl.

Von: Sotiria Peischl, Kommunalnet Redaktion

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