Die Gemeinde ruft seit Wochen in den sozialen Medien die Bevölkerung dazu auf, Wasser zu sparen. Aber es sei nichts passiert. „Meine Kollegen und ich beobachten nach wie vor, wie Menschen in Zeiten wie diesen, ihre Pools be- und auffüllen, Auto waschen oder den Rasen gießen. Vielen ist der Ernst der Lage nicht bewusst, anderen scheint es einfach egal zu sein“, ärgert sich der Ortschef über mangelndes Bewusstsein und Solidarität in der Bevölkerung.
Doch der Gemeinde sind die Hände gebunden, sie muss nun strengere Maßnahmen ergreifen und klärt daher die Bevölkerung auf, im Bedarfsfall das Wasser über Nacht abzudrehen. „Wir haben am Montag begonnen, Flugzettel mit dieser Information an die Bevölkerung zu verteilen. Bereits am Abend hat sich der Wasserstand um 40 Zentimeter erholt“, schildert Helmut Hahn. Die Menschen hätten langsam begriffen, dass es ernst ist. Wobei nicht allen ist der Ernst der Lage bewusst. „Wir haben im Zuge der Wasserknappheit auch das Trinkwasser auf dem Friedhof abgedreht und einen Behälter mit 9000 Liter Nutzwasser dort aufgestellt. Nur an einem Vormittag war der gesamte Behälter leer. Das alleine entspricht einem durchschnittlichen Tagesverbrauch von ca. 60 Personen“, weiß Bürgermeister Helmut Hahn. Man müsse doch verstehen und erkennen, wofür man das Wasser jetzt in erster Linie braucht. „Das Pool, das Auto oder der Rasen können und dürfen in so einer Zeit nicht Priorität haben“, sagt Helmut Hahn. Vielmehr müssen man sich nun auf den täglichen Bedarf zuhause fürs Kochen, Trinken, Waschen beschränken und keinen Luxus-Wasser-Verbrauch veranstalten.
Bürgermeister warnt vor weiterer Zuspitzung der Lage
Sollte die Gemeinde in die Lage kommen, Wasser aus versorgungssicheren Gemeinden zuführen zu müssen, so muss vom Verbraucher das Wasser vor Gebrauch abgekocht werden, da es den gesetzlichen Bestimmungen laut Trinkwasserverordnung nicht mehr entspricht. Um dieses Szenario zu verhindern und die Bevölkerung weiterhin mit einwandfreiem Trinkwasser zu versorgen, setzt die Gemeinde vorsorglich diese Maßnahme im Bedarfsfall um.
Und was würde der Gemeinde in der jetzigen Situation helfen? „Anhaltender Niederschlag und ein bewusster Umgang mit Trinkwasser!“, sagt Helmut Hahn. Ein Gewitter alleine reiche nicht. Bis das nicht passiert, wird die Situation in der Gemeinde Pöggstall mit einer eventuellen nächtlichen Wasser-Einschränkung bleiben. „Ich fürchte, wir werden nicht die einzige Gemeinde bleiben“, sagt der Bürgermeister.


