Die Bevölkerung wird gebeten, Sichtungen zu melden. Die invasive Art mit dem lateinischen Fachnamen Vespa velutina nigrithorax stammt ursprünglich aus Zentral- und Ostasien und sei vor mehr als 20 Jahren nach Frankreich eingeschleppt worden. Die Asiatische Hornisse zähle zu den sozialen Faltenwespen. Für den Menschen ist sie im Normalfall nicht gefährlich, sie stellt jedoch für Honigbienen, Wildbienen und andere heimische Insekten eine ernst zu nehmende Gefahr dar. Deshalb waren auch Experten in Kössen auf der Suche nach dem Nest. Diese sind birnenförmig, besitzen einen seitlichen Eingang und können einen Durchmesser von bis zu 80 Zentimetern erreichen. Zuerst sind sie in Sträuchern oder kleinen Bäumen zu finden, mit zunehmender Volksgröße hoch in Baumkronen. Im Spätsommer und Frühherbst umfasst ein Volk bis zu 2.000 Tiere. In dieser Zeit können die Hornissen täglich mehrere hundert Honigbienen erbeuten – insgesamt bis zu elf Kilogramm Insekten pro Saison.
Die Asiatische Hornisse lasse sich vor allem anhand ihrer Färbung von der heimischen Europäischen Hornisse unterscheiden. Während die Europäische Hornisse einen rotbraunen Kopf sowie einen rotbraun-schwarzen Brustbereich besitzt, sind diese Körperpartien bei der Asiatischen Hornisse überwiegend schwarz. Ihr Hinterleib ist größtenteils schwarz und weist lediglich ein breites orangefarbenes Band auf. Ein weiteres typisches Erkennungsmerkmal sind die schwarzen Beine mit auffallend gelben Spitzen.
Situation in Österreich
Am 9. April 2024 wurde erstmals in Österreich ein Exemplar in der Stadt Salzburg gesichtet und gefangen. Dabei handelte es sich um einen Einzelfund, vermutlich um eine Königin ohne etabliertes Nest. Umfangreiche Kontrollen ergaben keine weiteren Funde im Umfeld des Fundortes. Im Jahr 2026 wurde die Asiatische Hornisse sowohl in Vorarlberg als auch Tirol gefunden. In Vorarlberg wurden im Frühsommer 2026 mehrere Primärnester an zwei Standorten in Lustenau entdeckt und entfernt. Dies stellt den Erstfund eines Nestes in Österreich dar. In Tirol wurde im August 2026 mehrere Tiere in der Gemeinde Kössen entdeckt, derzeit befinden sich Expert:innen auf der Suche nach dem zugehörigen Nest.
Vorarlberg und Tirol mit ersten Verdachtsfällen
Wir bitten die Vorarlberger und Tiroler Imker:innen um vermehrte Aufmerksamkeit. Auch Salzburger Imker:innen aus dem Pinzgau, mit Bienenständen angrenzend an Tirol, sollten aufmerksam sein. Meldungen über Verdachtsfälle werden über die österreichweite Plattform entgegengenommen. Für Vorarlberg und Tirol kann auch gern per E-Mail gemeldet werden (Vorarlberg: velutina@viv.at; Tirol: umweltschutz@tirol.gv.at) . Bitte schicken Sie mit dem E-Mail unbedingt ein aussagekräftiges Foto (Farben erkennbar) und geben Sie den Ort des Fundes sowie eine Rückrufnummer an.
Aufruf auch in übrigen Bundesländern
Auch in den anderen Bundesländern ersuchen wir Imker:innen in den Sommer- und Herbstmonaten um erhöhte Aufmerksamkeit in der Nähe ihrer Bienenvölker. Aufgrund von Erfahrungen in anderen Ländern empfehlen wir folgende Vorgangsweise: beobachten Sie bei Ihren regulären Bienenstandbesuchen in der Saison den Bienenflug vor den Völkern etwa 20 Minuten lang – dieser Zeitraum sollte ausreichen, um ein eventuelles Auftreten der Asiatischen Hornisse zu erkennen. Bei Verdacht dokumentieren Sie bitte die Situation (Foto, Film) und melden Sie den Verdacht den zuständigen Stellen. Für invasive Arten sind das Bundesamt für Ernährungssicherheit (Importkontrolle) sowie die neun Landesregierungen zuständig (siehe Liste der österreichischen Meldestellen im Downloadbereich).
Bitte keine Tiere fangen oder abtöten, da Verwechslungen mit heimischen Arten möglich sind und Verletzungsgefahr durch Stiche besteht.
Hier geht es zum zentralen Meldeportal: https://www.bienengesundheit.at/vespa-velutina
Vespa velutina ist besonders für die Imker von Interesse, da sie bevorzugt soziale Hautflügler (Bienen, Wespen) jagt, um ihre Brut zu versorgen. Sie jagt aber auch andere Insekten wie Schwebfliegen, Heuschrecken, Käfer und Schmetterlinge. Die Frage, wie groß der Schaden ist, den sie bei Bienenvölkern verursachen kann, wird unterschiedlich beurteilt. Vespa velutina ist tagaktiv und jagt ihre Beute im Flug. Vor den Bienenstöcken lauert sie den heimkehrenden Bienen im Schwebflug auf. Bei hoher Dichte der Asiatischen Hornisse kann es zur Schwächung der Völker und sogar zu Völkerverlusten kommen. Eine Angabe besagt, dass im Spätherbst, wenn die Stärke anderer Insektenpopulationen zurückgeht, ungefähr 75 Bienen pro Tag erbeutet werden.
Fachinformation
Charakteristisch sind die birnenförmigen Nester, die in hohen Bäumen angesiedelt sind. Im Spätsommer habe sie etwa einen Durchmesser von 40 bis 60 cm mit seitlichem Ausgang. Das Hornissenvolk produziert durchschnittlich 6.000 Individuen im Jahr, wobei nur die jungen Königinnen überwintern.
Die Asiatische Hornisse ist für gesunde Menschen genauso ungefährlich wie die heimische Hornisse, Vespa cabro (allergische Reaktionen sind möglich). Beide Arten verhalten sich friedlich und greifen Menschen normalerweise nur bei Bedrohung an. Besonders beunruhigend wirkt der geräuschvolle Flug.


