Forsythie oder Kirschlorbeer kennt fast jede(r). Doch der ökologische Wert dieser ist gering. Es gibt eine große Auswahl von weniger bekannten Arten, die klimafit sind, ökologisch top und einfach in der Pflege.
Werden in Ihrer Gemeinde auch viele neue Hecken mit Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus) gepflanzt? In der Schweiz darf der Kirschlorbeer nicht mehr verkauft werden, weil dieser als invasiv und gebietsfremd gilt. Auch bei uns werden die Samen von Vögeln verbreitet, so dass die Pflanzen nun auch fernab von Gärten wachsen. Kaum bekannt ist hingegen der „Portugiesische Lorbeer“ (Prunus lusitanica). Dieser hat kleinere Blätter, ist dadurch besser schnittverträglich, und trotzdem immergrün. Er wächst langsamer als Kirschlorbeer, was aber den Vorteil hat, dass er seltener geschnitten werden muss.

Der Portugiesische Lorbeer hat kleinere Blätter und wächst langsamer, ist aber ebenso immergrün wie der Kirschlorbeer. Copyright: Martina Liehl-Rainer „Natur im Garten“
Die Forsythie oder Goldglöckchen ist ein Strauch, der in fast jedem Garten wächst und auch auf vielen kommunalen Flächen gepflanzt wird. Kaum ein anderes Gehölz hat eine so leuchtend gelbe Blüte im Frühling. Wehrmutstropfen ist, dass diese steril sind, also ohne Nektar oder Pollen. Damit gehört sie zu den Sträuchern mit sehr geringem ökologischem Wert. Dabei gibt es eine großartige Alternative: Den Dirndlstrauch, auch Kornelkirsche genannt. Die Blüte ist etwas zarter, aber ebenso im Frühling, und als Pluspunkt gibt es essbare Früchte im Herbst. Die Dirndl lässt sich auch als Schnitthecke ziehen und kommt mit Trockenheit wesentlich besser zurecht als die Forsythie.

Kornelkirschen sind auch im Sommer ansprechende Sträucher.
Copyright: Martina Liehl-Rainer „Natur im Garten“
Apropos Schnitthecke: Oft herrscht die Meinung vor, ein Strauch oder eine Hecke „muss“ geschnitten werden. Das stimmt so nicht: Es gibt viele Arten, die einen eher aufrechten Wuchs haben und nicht so ausladend werden. Auch bei der Höhe gibt es eine große Bandbreite. Mit der richtigen Wahl der Arten kann sehr viel Pflegezeit eingespart werden. Holen Sie sich zu diesem Thema eine kompetente Beratung.

Hecken müssen oft geschnitten werden? Nicht bei kompakt wachsenden Arten wie dem Wolligen Schneeball (Viburnum lantana).
Copyright: Martina Liehl-Rainer „Natur im Garten“
Welche Alternativen gibt es zum Sommerflieder? Dieser wird gerne gepflanzt in der Absicht, Schmetterlingen etwas Gutes zu tun. Dabei ist es viel besser, heimische Sträucher zu setzen, denn daran sind auch die Raupen angepasst. Eine gemischte Hecke mit verschiedenen klimafitten heimischen Arten passt zudem sehr gut für Spielplätze und Kindergärten. Für die Kinder bietet eine bunte Hecke viel zu entdecken und zu naschen. Mit Dirndl, Felsenbirne, Zierapfel und Pimpernuss entstehen tolle Hecken. Lassen Sie sich von den Vorschlägen zu Kinderhecken oder zu Insektenhecken im „Heckennavigator“ unter www.willheckehaben.at inspirieren.
Es gibt eine große Vielfalt an Sträuchern, probieren Sie Arten, die wenig bekannt aber bewährt sind. Wie empfehlen gemischte Hecken mit verschiedenen Arten zu pflanzen. Das ist gut für die Biodiversität, und das Risiko von Ausfällen durch Krankheiten oder Schädlingen wird verringert.

Vielfältige, pflegeleichte Hecke. Unter anderem wachsen hier Zierapfel und Schneeball.
Copyright: Martina Liehl-Rainer „Natur im Garten“
Ausführliche Beschreibungen zu den oben genannten sowie zu vielen weiteren Straucharten finden Sie unter dem „Natur im Garten“ Heckennavigator: www.willheckehaben.at.
Vorschläge für Hecken mit heimischen Pflanzen finden Sie auch auf https://www.naturimgarten.at/infos-und-downloads-gemeinden.html.
Ab 1. September können in Ostösterreich und Kärnten Wildsträucher aus heimischer Produktion wieder über den Heckentag bezogen werden: https://www.heckentag.at.
Mehr Information erhalten Sie beim “Natur im Garten” Grünraumservice unter der Telefonnummer 02742-74333 oder per E-Mail unter gartentelefon@naturimgarten.at.
