Aus Sicht des Menschen ist der Stein des Anstoßes jedoch die besonders rege Verdauung des Schwarzkopfregenwurms (Aporrectodea nocturna). Im Zuge seiner Tätigkeit im Boden hinterlässt der Wurm besonders große Haufen an der Erdoberfläche. Also richtig substanziell große Haufen! Bis zu 8cm Höhe erreichen seine Hinterlassenschaften in Rasen und Wiese.
Jetzt könnte man natürlich sagen – was solls – lasst doch den armen Wurm sein Geschäft verrichten! Das Problem ist aber, dass Spiel- und Sportplätze dadurch im Frühling oder Herbst schwer zu bespielen sind bis zu 50% der Oberfläche mit diesen Erdhäufchen bedeckt sind und Benutzer darauf immer wieder ausrutschen. Auch auf landwirtschaftlich genutzten Flächen wird das Gras verschmutzt und ist so als Futter nicht mehr verwendbar. Es handelt sich also nicht um ein ökologisches Problem, sondern um ein wirtschaftliches, weil die Nutzung von Grünflächen beeinträchtigt wird.
Warum kommt dieser Wurm bei uns plötzlich vor?
Der Schwarzkopfregenwurm stammt ursprünglich aus Spanien und Südfrankreich. Er dürfte als blinder Passagier durch den Handel mit Pflanzen (Wurzelballen), Pflanzerde oder Erdtransporte nach Mitteleuropa gelangt sein.
Also ist wie so oft der Mensch schuld, weil er Organismen aus ihrer angestammten Heimat verschleppt und sie am Zielort Probleme verursachen!
Die gute Nachricht ist aber, dass er sich nur in tiefgründigen, tonig – schweren Böden wohl fühlt, die gut mit Feuchtigkeit versorgt sind. Im Winter und im Sommer ist er inaktiv und zieht sich in tiefere Bodenschichten zurück.
Was aber kann man tun?
Zunächst gilt es die weitere Ausbreitung zu stoppen. Von befallenen Flächen sollten keine Gartenerde, Abraum oder Pflanzen abtransportiert werden. Kleine Wurmkokons können selbst in Reifenprofilen verschleppt werden.
Eine Verbesserung der Situation kann erreicht werden, wenn Quarzsand auf die Rasenoberfläche aufgebracht wird. Der Boden wird dann durchlässiger und die Regenwurmhaufen zerfallen leichter. Außerdem sollte man den Rasen nicht unter 5cm mähen und das Mähgut abtransportieren. Je dichter der Rasen, desto weniger machen die Haufen Probleme.
Was der Schwarzkopfregenwurm auch nicht mag, sind niedrige pH Werte. Mit Senfmehl vermischtem Wasser wird eine kurzfristig vertreibende Wirkung nachgesagt.
Weitere Infos finden Sie unter https://www.gartentelefon24.at/garten-profis-gemeinden/schaedlinge/garten-profis-schaedling-detail/aporrectodea-nocturna


