Damit Kübelpflanzen den Winter gut überstehen, brauchen sie geeignete Überwinterungsquartiere und eine angepasste Pflege. Dieser Artikel gibt einen Überblick über die wichtigsten Maßnahmen.
Wenn die Temperaturen wieder kühler werden, ist es an der Zeit, die Überwinterung der Kübelpflanzen zu planen. Gemeint sind mehrjährige Pflanzen, die vor den kalten Wintertemperaturen mit besonderen Maßnahmen geschützt werden. Dabei wird unterschieden in Pflanzen, die aus Regionen kommen in denen leichte Fröste vorkommen können, wie etwa mediterrane Pflanzen. Dazu zählen Oliven, Oleander oder Dattelpalmen. Pflanzen aus tropischen Regionen vertragen keine Fröste und müssen schon frühzeitiger ins Winterquartier übersiedeln. Dazu gehören etwa die Engelstrompeten. Auch winterharte Pflanzen, die in Trögen wachsen, müssen unter Umständen vor Frost geschützt werden.
Verschiedene exotische Arten werden als Kübelpflanzen gehalten, wie hier im Vordergrund eine Palme.
Copyright: Martina Liehl-Rainer „Natur im Garten“
Die Überwinterung von Kübelpflanzen ist aufwendig, was einer der Gründe ist, warum sie nur in wenigen Gemeinden überhaupt gehalten werden. Vor allem ein geeignetes Überwinterungsquartier zu finden ist schwierig. Denn die meisten Arten von Kübelpflanzen sind immergrün und wollen sehr hell überwintert werden. Bei tropischen Pflanzen muss das Quartier beheizbar sein. Eine gute Alternative ist die Nutzung eines Überwinterungsservices, den viele Gärtnereien anbieten.
Werden die Kübelpflanzen selbst überwintert, dann eignet sich dafür am besten ein Glashaus, das auf einer Temperatur von etwa 10°C gehalten werden kann und das gut zu lüften ist. Darin fühlen sich sowohl die typischen mediterranen Pflanzen als auch wärmeliebendere Arten wohl. Generell gilt: Je weniger Licht im Raum, desto kühler sollte die Temperatur sein. Kübelpflanzen, die im Winter ihr Laub verlieren, brauchen kein Licht und können in einem kühlen, dunklen Raum überwintern.
Palmen sind sehr repräsentativ, sie können aber eine beachtliche Größe erreichen und brauchen ein entsprechend großes Winterquartier.
Copyright: Daniela Tüchler „Natur im Garten“
Da die Temperaturen im Winterquartier niedrig sind, benötigen die Pflanzen nur sehr wenig Wasser. Sie dürfen aber auch nicht vergessen werden! Der richtige Zeitpunkt zum Gießen ist, wenn der Wurzelballen schon recht trocken ist (Fingerprobe). Über die Wintermonate wird nicht gedüngt. Eine regelmäßige Kontrolle auf Schädlinge ist sinnvoll, damit ein Befall rechtzeitig erkannt wird. Vorbeugend können Nützlinge wie z.B. Raubmilben gegen Spinnmilben eingesetzt werden.
Ein weiterer Grundsatz ist es, die Pflanzen möglichst spät reinzuräumen, und möglichst früh wieder rauszustellen, damit die Zeit im Quartier so kurz wie möglich gehalten wird. Beim Einräumen werden kranke Pflanzenteile und Abgeblühtes entfernt. Ein stärkerer Rückschnitt und auch ein etwaiges Umtopfen werden im Frühjahr besser vertragen. Beim Auszug aus dem Überwinterungsquartier müssen sich die Pflanzen allmählich wieder an die Sonne und die Außentemperaturen gewöhnen. Sie werden zunächst schattig und windgeschützt aufgestellt und können dann jeden Tag etwas länger in die Sonne gebracht werden.
Wegen des Klimawandels können manche Arten in milden Regionen bereits im Freien überwintern oder ausgepflanzt werden, wie etwa Olivenbäume.
Copyright: Felix Hagen „Natur im Garten“
Durch den Klimawandel ändern sich die Witterungsverhältnisse im Winter. Fröste gibt es weiterhin, aber sie sind milder und kürzer. Die Winterhärtezonenkarte für Europa wurde deshalb 2024 angepasst. Bei immer mehr Arten, die leichten Frost vertragen, werden Auspflanzversuche gemacht oder sie werden mittlerweile als winterhart im Handel angeboten. In den milden Regionen sind solche Versuche auch im kommunalen Bereich möglich, mit einem gewissen Restrisiko. In Privatgärten oder auf landwirtschaftlichen Flächen werden bereits Oliven, Oleander oder Zwergpalmen ausgepflanzt. Zu bedenken ist dabei, dass der ökologische Wert dieser Arten meist gering ist, da unsere Tierwelt an heimische Arten angepasst ist. Ausgepflanzte Exemplare können zusätzlich mit einem Winterschutz versehen werden, um das Ausfallrisiko zu mildern.

Copyright: Daniela Tüchler „Natur im Garten“
Bei winterharten Arten, wie zum Beispiel bei Buchs, Eiben, Stechpalmen oder Hortensien, die in Töpfen gezogen werden, sind ebenfalls Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Hier müssen vor allem die Wurzeln geschützt werden, die im Winter Frostschäden davontragen können. Je kleiner der Topf, desto eher besteht diese Gefahr. Die Töpfe können an einen geschützten Ort gestellt und mit Schutzhüllen umwickelt werden. Naturmaterialien sind hier vorzuziehen. Gegen Bodenkälte kann es helfen, die Töpfe auf Holzlatten zu stellen. Wichtig ist, vor allem bei den immergrünen Arten, nicht auf das Gießen an frostfreien Tagen zu vergessen. Viel häufiger als Frostschäden sind Trockenschäden bei den winterharten Immergrünen.
Wenn Sie weitere Fragen zum Thema Kübelpflanzen haben, steht Ihnen das „Natur im Garten“ Telefon unter 02742/74333 oder gartentelefon@naturimgarten.at gerne zur Verfügung.



