In den heißen Sommertagen waren sie wertvolle Klimaanlagen, nun stellen die Laubgehölze auf Winterpause um und lassen ihre Blätter fallen. Ein paar Ideen für die sinnvolle Verwendung von Herbstlaub.
Es ist ein Thema, das jeden Herbst wieder kehrt: Wohin mit den Blättern der Bäume und Sträucher? Viele Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, viele Gemeindebedienstete können die ewig gleichen Ressentiments gegen Bäume nicht mehr hören: Ich will keinen Baum, den der macht Mist. Oder: Kann dieser Baum weg, das Laub verstopft meine Dachrinne. Seufz!
Bild 1, Bildtext: Das Falllaub der Lindenbäume ist Teil dieser wunderschönen Herbststimmung.
Copyright: Martina Liehl-Rainer „Natur im Garten“
Sammelboxen werden von den Bürgern geschätzt
Natürlich ist es ein Aufwand, die Blätter zu entfernen, aber ein wenig mehr Gelassenheit bei dem Thema ist wünschenswert. Die Gemeinde kann die Bevölkerung unterstützen, indem sie kostenlose Laubsammelsäcke verteilt. Oder Sammelboxen aufstellt und regelmäßig entleert, dadurch geht das Einsammeln flotter. Haben Sie Vereine im Ort, dann motivieren Sie diese zu gemeinsamen Sammelaktionen, mit einer Jause als Dankeschön. Das Gefühl, unterstützt zu werden, schätzen viele Bürgerinnen und Bürger.
Bild 1, Bildtext: Eine von der Gemeinde aufgestellte Sammelbox erleichtert das Laubsammeln.
Copyright: Martina Liehl-Rainer „Natur im Garten“
Drahtkörbe und Igelhotels
In naturbelassenen Gemeindebereichen – Parks, Spielplätze etc. – können Drahtkörbe aufgestellt werden, in die das Laub gesammelt wird. Diese sollen mindestens 10 cm Maschenweite haben, damit Tiere durchschlüpfen können, die darin überwintern. Die Schule oder der Kindergarten können Schilder mit der Aufschrift „Igelhotel“ basteln und bei den Drahtkörben aufhängen. Im Frühling, wenn die Wintergäste wieder ausgezogen sind, wird das angerottete Laub gehäckselt und auf Beete oder unter Sträuchern verteilt. Es ist Mulchmaterial und wertvoller Dünger in einem.
Bild 2, Bildtext: In naturbelassenen Gemeindebereichen können Laubhaufen als Überwinterungsquartiere für Igel und Co belassen werden
Copyright: Martina Liehl-Rainer „Natur im Garten“
Unter Hecken und Sträucher kehren
In ruhigeren Gemeindebereichen kann das Laub auch auf den Beeten liegen bleiben. Bei Hecken und Sträuchern werden die Blätter darunter gekehrt. Durch die natürliche Verrottung entsteht ein Nährstoffkreislauf, der ohne zusätzliche Düngung auskommt.
Bild 3, Bildtext: In manchen Staudenbeeten kann das Laub verbleiben und wirkt als Winterschutzschicht.
Copyright: Martina Liehl-Rainer „Natur im Garten“
Dabei ist Laub nicht gleich Laub
Unterschiede gibt es bei der Verrottung. Bei manchen Baumarten ist der Anteil an Gerbsäuren sehr hoch, in der Folge brauchen die Blätter länger bis sie verrotten. Das ist bei Nussbäumen oder Eichen der Fall. Diese Blätter müssen erst kompostiert werden, bevor sie wieder auf Beete kommen, den im frischen Zustand sind ihre Inhaltsstoffe teilweise wuchshemmend. Frisch können diese Blätter gehäckselt und als Mulchmaterial auf Wegen ausgebracht werden, wo sie unerwünschten Beikrautwuchs hemmen.
Die Größe der Blätter macht ebenfalls einen Unterschied. Oft werden Bäume mit großen Blättern gewünscht, weil damit das Aufrechen einfacher ist. Auch wenn es dadurch weniger Blätter sind, kann die Menge trotzdem beträchtlich sein. Wohingegen sehr kleine Blätter leicht vom Wind verblasen werden, wodurch kaum etwas weggeräumt werden muss.
Bild 4, Bildtext: Die kleinen Blätter der Lederhülsenbäume werden vom Wind verweht und es bleibt nur wenig übrig zum Aufkehren.
Copyright: Martina Liehl-Rainer „Natur im Garten“
Mit diesen Beispielen wünschen wir Ihnen viele goldene Herbsttage!
Mehr Information erhalten Sie beim “Natur im Garten” Grünraumservice unter der Telefonnummer 02742-74333 oder per E-Mail unter gartentelefon@naturimgarten.at.




