Obwohl Friedhöfe nur geringe Flächen beanspruchen, haben sie einen hohen emotionalen Wert für die Bevölkerung. Zwischen Änderungen der Nutzergewohnheiten, Traditionen und neuen Bedürfnissen gilt es mehrheitsakzeptable Lösungen für Gestaltung und Pflege zu finden. Eine neue Broschüre bietet viele Ideen für moderne Begräbnisstätten.
In Gesprächen mit Gemeinden wird häufig sichtbar, wie sensibel das Thema Friedhofsgestaltung und dessen Pflege für viele Bürgerinnen und Bürger ist. Dies steht in Kontrast zur Beobachtung, dass die Grabpflege stark an Bedeutung verliert und alternative Bestattungsformen wie Einäscherungen oder Naturbestattungen sehr beliebt sind.
Eine schöne Idee: Mit Apfelbäumen als Sinnbild für die Vergänglichkeit des Lebens gestalteter Urnenbereich. Zu finden am St. Barbara Friedhof in Linz. Copyright: „Natur im Garten“
Viele Friedhöfe sind in den vergangenen Jahrzehnten zu regelrechten Steinwüsten geworden
Bäume wurden entfernt, Gräber mit Steinplatten eingefasst und Wege geschottert. Das Ergebnis ist weder attraktiv noch pflegeleicht und noch viel weniger benutzerfreundlich. Eine lose-lose Situation, könnte man sagen. Neu- oder Umgestaltungen bieten hingegen viele Chancen: Der Friedhof gewinnt enorm an Nutzerqualität, werden barrierefreie Wege errichtet und angenehme Sitzgelegenheiten gestaltet. Zahlreiche Studien zeigen die wohltuende Wirkung von Begrünung auf Menschen. Von Bäumen und Sträuchern als Schattenspendern profitieren Menschen und die Artenvielfalt. Ein attraktiver, gern genutzter Friedhof ist für die Gemeindekasse von Vorteil. Und Kräuterrasen statt Schotter braucht zwar ebenfalls Pflege, das Mähen ist aber meist angenehmer und einfacher als zu jäten.
Angenehme Parkatmosphäre statt trostloser Steinwüste am St. Barbara Friedhof. Copyright: „Natur im Garten“
Häufig ergibt sich in der Gemeindeberatung aber folgende Situation: die Gemeinde möchte die Pflegekosten am Friedhof reduzieren und Bereiche für neue Bestattungsformen gestalten. Werden Alternativen vorgeschlagen, folgt der Hinweis, dass die Nutzerinnen und Nutzer es so nicht akzeptieren würden. Vor allem Bäume oder Sträucher seien nicht gewollt.
Die Gemeinde und die Benutzerinnen und Benutzer müssen sich aber der Tatsache stellen, dass sich ein baumloser Schotterfriedhof an Sommertagen enorm aufheizt und die Gefahr von Gesundheitsbeeinträchtigungen besteht. „Trauernde bei Begräbnis vor Hitze kollabiert“ – diese Schlagzeile möchte niemand gerne liefern.
Schattige Urnengräber am Waldfriedhof in Prinzersdorf. Copyright: Konrad Neubauer
Früher oder später gibt es keine Alternativen zu einer Begrünung des Friedhofes
Jüngere Gemeindebürgerinnen und -bürger tendieren sowieso immer häufiger zu Baum- oder Wiesenbestattungen. Deshalb sollte die Gemeinde es wagen, mit der älteren, traditionell eingestellten Bevölkerung über Änderungen zu sprechen. Entspricht nicht ein von vielen Nutzern frequentierter, mit Leben erfüllter Friedhof eher der christlichen Lehre?
Modern gestaltete Friedhoferweiterung in Marchegg. Copyright: „Natur im Garten“
Versuchen Sie, den Pfarrer und die Mitglieder des Pfarrgemeinderates ins Boot zu holen. Lassen Sie Bilder vom zukünftigen Aussehen erstellen. Oder machen Sie eine Exkursion zu modern gestalteten Friedhöfen. Gerne unterstützen wir Sie auch mit unserem Beratungsangebot.
Mehr Information erhalten Sie auch beim “Natur im Garten” Grünraumservice unter der Telefonnummer 02742-74333 oder per E-Mail unter gartentelefon@naturimgarten.at.




