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01.12.2025

Insbesondere Jungbäume sind betroffen: Stammschäden durch Blausiebraupen

In letzter Zeit wird in Niederösterreich häufiger ein Befall mit Blausiebraupen an jungen Linden und Obstbäumen beobachtet. Die Raupen dieses Kleinschmetterlings können durch ihre Fraßtätigkeit im Holz den Baum zum Absterben bringen. Durch frühzeitig gesetzte Gegenmaßnahmen können größere Schäden verhindert werden.

Das häufigere Auftreten von Blausiebschäden hängt vermutlich damit zusammen, dass in den vergangenen Jahren sehr viele Bäume gepflanzt wurden, denn die Raupen des Blausiebs bevorzugen Jungbäume bis zu einem Alter von etwa 10 Jahren. Bei der Artenauswahl der Wirtsbäume ist der Schmetterling hingegen keineswegs wählerisch. Etwa 150 Laubbaumarten werden befallen. Gemeldet werden aus Niederösterreich hauptsächlich Schäden an Obst- und Lindenjungbäumen.

Fraßloch einer Blausiebraupe von außen / Copyright: Margit Benes-Oeller

Die Raupen entwickeln sich aus Eiern, die der Schmetterling außen an der Rinde ablegt. Die Larven bohren sich zunächst in junge, dünnere Zweige, später werden dann auch dickere Äste bis circa zehn Zentimeter Durchmesser oder die Stämme der jungen Bäume befallen. Zwei bis drei Jahre dauert die Entwicklung der Raupen, bis sie sich im Fraßgang verpuppen. Die Bohrgänge erreichen dabei eine Länge von 30 bis 40 Zentimetern. Befallene Jungbäume können durch die Fraßtätigkeit absterben und müssen entfernt werden. Bei älteren Bäumen ist der Befall oft weniger gravierend, da in der Regel nur einzelne Äste betroffen sind.

So sieht der problematische Eindringling aus / Copyright: Andreas Steinert

Der Name des Blausiebs bezieht sich auf die auffällige, weiß-blau oder weiß-schwarz gefleckte Färbung des Falters. Der Schmetterling ist nachtaktiv, die Flugzeit erstreckt sich von Juni bis August. Dann legen die Weibchen ihre Eier in Baumwunden und Rindenrissen ab. Gefährdete Bestände können ab Mai mit Pheromonfallen überwacht werden. Damit werden die Männchen angelockt und ein etwaiger Falterflug wird frühzeitig erkannt.
Natürliche Gegenspieler des Schmetterlings wie Eulen und Fledermäuse können ebenfalls helfen. Diese Höhlenbewohner profitieren von Altbaumbeständen in der Nähe der Jungbäume, ebenso wie Spechte, welche die Raupen herauspicken. Schlupfwespen parasitieren die Raupen, sie werden durch das Anpflanzen insektenfreundlicher Blumen in Baumnähe angelockt.

Ein Blausieb-Schmetterling / Copyright: Bernard Dupont, cc-by-sa-2.0 via Wikimedia Commons

Eine Bekämpfung der zum Teil tief im Holz sitzenden Larven ist schwierig und es sollte zuerst abgeklärt werden, welcher Schädling sich im Holz befindet. Den auch andere Schmetterlingslarven oder Bockkäfer können für Bohrlöcher im Stamm verantwortlich sein. Raupen, die noch nicht zu tief im Holz liegen, können mit einem spitzen Draht abgetötet oder herausgeholt werden. Befallene Holzteile müssen entfernt und vernichtet werden.

Innenansicht eines befallenen Stammes / Copyright: Lena Karasek „Natur im Garten“

Wie empfehlen, Jungbäume regelmäßig zu überprüfen. Anhand des ausgeworfenen Bohrmehls bzw. des Kots ist ein Befall erkennbar. Je früher die Raupen entdeckt werden, umso größer ist die Chance sie zu entfernen, bevor der Baum ernsthaft geschädigt wird. Die Kontrolle von Jungbäumen sollte deshalb zweimal jährlich erfolgen. Durch Kombination der empfohlenen Maßnahmen ist es möglich, den künftigen Befall durch Blausiebraupen bei Jungbäumen zu minimieren und Ausfälle zu verhindern.

Mehr Information erhalten Sie beim “Natur im Garten” Grünraumservice unter der Telefonnummer 02742-74333 oder per E-Mail unter gartentelefon@naturimgarten.at.

– I.WEIPPL (Quelle: Natur im Garten, entgeltliche Einschaltung des Landes Niederösterreich)
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