Natur im Garten

NaturimGartenTipps

24.02.2026

Kostensparende Grünraumpflege

Viele Gemeinden möchten ihre Ausgaben senken und bei der Grünraumpflege Kosten sparen. Gleichzeitig erhalten Grünanlagen aufgrund der nötigen Anpassungen der Ortszentren an den Klimawandel eine neue Wertigkeit. Sind diese beiden Positionen Gegenpole, oder können daraus neue Impulse, zum Beispiel für den Naturschutz, entstehen?

Grünflächen erfüllen im Zusammenhang mit der Klimawandelanpassung essenzielle Aufgaben, wie die Umgebung zu kühlen oder Regenwasser zu versickern. Bestehende Grünanlagen zu erhalten, auszuweiten und ihre Qualität zu verbessern ist vor diesem Hintergrund dringend erforderlich.

Wichtig zu beachten: Dabei auch noch Kosten einzusparen ist schwierig, denn Grünflächen brauchen eine fachgerechte Planung und Pflege. Die Erfahrung zeigt, dass ansonsten die Folgekosten steigen­­­­­.

Beispiel: Dies ist beispielsweise bei Jungbäumen zu sehen, die bei falscher Pflege ihre Vitalität einbüßen.

Bild 1, Bildtext: Grünflächen schaffen Abkühlung und speichern Regenwasser.
Copyright: Michael Gludowatz

Festgefahrene Abläufe hinterfragen

Häufig gibt es festgefahrene Abläufe oder Umsetzungen in den Gemeinden, die zu unnötigen Kosten führen können. Wir empfehlen, diesen Tunnelblick abzulegen. Der Blick in die Praxis anderer Gemeinden oder die Zuhilfenahme von Expertenwissen hilft dabei, neue Wege zu finden.

Wichtig zu beachten: Umstellungsprozesse erfordern ebenfalls Ressourcen. Durch das Ändern von Abläufen, durch Weiterbildungen und dem Ankauf neuer Geräte oder Technologien können am Beginn höhere Kosten anfallen. Im Idealfall gleichen sich diese Kosten nach ein paar Jahren durch Optimierungen wieder aus und führen mittelfristig zu geringeren Kosten.

Tipp: Das Aufbrechen eingefahrener Routinen kann außerdem auf Widerstand stoßen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden am besten von Beginn an in den Umstellungsprozess miteinbezogen.

Bild 2, Bildtext: Erfahrungsaustausch und Expertenwissen helfen dabei, den eigenen Tunnelblick zu durchbrechen.
Copyright: Felix Hagen „Natur im Garten“

Analyse der geleisteten Arbeitszeiten

Ein erster Schritt, um Kosten in der Grünraumpflege zu optimieren, ist eine Analyse der geleisteten Arbeitszeiten sowie der zukünftigen Erfordernisse. Dadurch ergibt sich ein Bild, wohin die Ressourcen aktuell fließen und welche Richtung eingeschlagen werden soll. Auf dieser Basis wird ein Pflegekonzept erstellt.

Wichtig zu beachten: Bereiche der Grünraumpflege, bei deren Reduktion mit hohen Folgenkosten zu rechen wäre, müssen beibehalten oder sogar ausgeweitet werden.

Beispiel: Das wären zum Beispiel in vielen Gemeinden die Bereiche fachgerechte Baumpflege oder Neophytenprophylaxe und -eindämmung.

Bild 3, Bildtext: Pflegetechniken wie das Mulchen von Beeten sparen Zeitressourcen.
Copyright: Martina Liehl-Rainer “Natur im Garten”

Um tatsächlich Kosten zu senken, gibt es verschiedene Schrauben, an denen gedreht werden kann. Diese unterscheiden sich von Gemeinde zu Gemeinde.

Hier ein paar Möglichkeiten, die in vielen Gemeinden mit relativ wenig Aufwand umsetzbar sind:

  • Viele Probleme werden buchstäblich bei der Wurzel gepackt, werden die Grünflächen von Beginn an optimal geplant. Wir empfehlen, in der Gemeinde eine Person bzw. Abteilung zu benennen, in der die Verantwortlichkeiten für die grüne, die blaue und die graue Infrastruktur zusammenlaufen. Durch eine bestmögliche Abstimmung dieser Bereiche können günstige Voraussetzungen für die spätere Begrünung geschaffen werden.
  • Eine sorgfältige Auswahl von Saatgutmischungen, Pflanzenarten und -sorten hinsichtlich Standortgerechtigkeit, Größe und Robustheit hat ebenfalls großen Einfluss auf die zukünftigen Pflegeerfordernisse.
  • Pflegefehler und damit unnötige Kosten werden durch geschulte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vermieden. Engagierte Freiwillige einzubeziehen, etwa durch Beetpatenschaften, kann ebenfalls entlasten. Dies braucht wiederum eine verantwortliche Person/Stelle, um die Aktivitäten zu koordinieren.

„Weniger ist mehr“

Für manche Bereiche der Grünraumpflege macht das Motto „Weniger ist mehr“ Sinn. Nicht jede Rasenfläche muss ständig auf 3 Zentimeter Höhe getrimmt sein. Weniger häufig mähen ist außerdem ein Gewinn für die Biodiversität. Naturnahe Sträucher und Hecken können ihren natürlichen Wuchs beibehalten, wenn ihre spätere Größe dem zur Verfügung stehenden Platz entspricht. Dadurch kann viel Zeit für den Strauchschnitt eingespart werden.

Interkommunale Kooperationen können ebenfalls helfen, Kosten zu sparen. So lassen sich Geräte, die selten benötigt werden, oder Fachpersonal für sensible Themen wie die Baumpflege, teilen. Und schließlich ist auch bei der Grünraumpflege vermehrt technische Hilfe ein Thema. Gießsensoren und Mähroboter werden zukünftig wohl häufiger zum Einsatz kommen.

Bild 4, Bildtext: Weniger intensive Pflege ist häufig ein Gewinn für die Artenvielfalt.
Copyright: Martina Liehl-Rainer “Natur im Garten”

Zusammengefasst gesagt, schlummert in vielen Gemeinden Potential, die Grünraumpflege neu zu denken und damit Kosten zu optimieren. Offenheit für neue Ideen und neue Pflegetechniken sowie geschultes Personal helfen dabei.

Info:

Eine Möglichkeit, sich zu diesen Themen weiterzubilden, bietet der „Natur im Garten“ Gemeindefachtag am 19. März 2026 in Langenlois. Themenschwerpunkt ist die ressourceneffiziente Grünraumpflege mit vielen Beispielen aus Gemeinden. Außerdem werden Ideen für naturnahe Friedhöfe und Möglichkeiten der ehrenamtlichen Grünraumpflege ausgetauscht.

Nähere Informationen zu dieser Veranstaltung finden Sie unter diesem Link: Gemeindefachtag 2026

Mehr Information zu Grünraumthemen erhalten Sie auch beim “Natur im Garten” Grünraumservice unter der Telefonnummer 02742-74333 oder per E-Mail unter gartentelefon@naturimgarten.at

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