Neue Pflanze – Berufkraut breitet sich in Wiesen aus

Das Einjährige Berufkraut, auch Feinstrahl genannt, kann sich in Wiesen oder Blühstreifen stark ausbreiten. Es verdrängt heimische Arten und wird vom Vieh als Futter gemieden. Wir empfehlen eine frühzeitige Bekämpfung, um die Ausbreitung einzudämmen.

Das Einjährige Berufkraut (Erigeron annuus) kam im 17. Jahrhundert als Zierpflanze von Nordamerika nach Europa, wo es mittlerweile weit verbreitet ist. In etlichen europäischen Ländern gilt es als potenziell invasive Art.

Darum ist die Pflanze problematisch

Problematisch ist die Pflanze, weil sie heimische Arten in wertvollen Lebensräumen wie Wiesen, Weiden oder (Halb)Trockenrasen verdrängt. In der Landwirtschaft ist sie ebenfalls nicht gerne gesehen. Sie wird sowohl in frischem Zustand, als auch in Heu oder Silage, vom Vieh gemieden. Für blütenbesuchende Insekten ist das Berufkraut hingegen eine Futterquelle. Es kann jung als Wildgemüse gegessen werden und gilt als Heilpflanze.

Das Berufkraut ist eine Pionierpflanze und wächst gerne auf von Menschen veränderten Standorten wie z.B. Straßenrändern oder Brachen. Obwohl es nährstoffreiche Böden bevorzugt, kommt es auch auf mageren Böden vor. So wächst es auch in extensiv bewirtschaftete und ökologisch wertvolle Grünlandflächen ein. Mit Trockenheit kommt die Pflanze gut zurecht, dank einer Pfahlwurzel, die bis zu einem Meter tief reicht. Einen weiteren Vorteil verschaffen ihr chemische Stoffe, die sie abgibt, um das Wachstum anderer Pflanzen in der Umgebung zu hemmen.

Die Pflanze wächst ein- bis zweijährig. Im ersten Jahr bildet sie meist eine Blattrosette aus, im zweiten Jahr blüht sie. Sie wird etwa einen Meter hoch und trägt zahlreiche weiße Körbchenblüten. Die Verbreitung der bis zu 50.000 Samen pro Pflanze erfolgt durch den Wind.

Insekten nutzen die Blüten des Berufkrauts.
Copyright: © Bernhard Haidler

Eindämmung schwierig und aufwendig

Wie bei anderen ausbreitungsfreudigen Arten auch, ist die Eindämmung des Berufkrautes schwierig und aufwendig. Am einfachsten ist die Bekämpfung, solange die Bestände noch klein sind. Jährlich von April bis Oktober sollten gefährdete Bestände monatlich einmal begangen, und alle sichtbaren Pflanzen ausgerissen werden. Dies gelingt am einfachsten bei feuchter Witterung. Um ein Aussamen der Blüten zu verhindern, werden diese am besten vor dem Blühen ausgerissen, und die Pflanzen sofort entfernt und nicht liegen gelassen. Sonst könnte eine Notreife der Samen auftreten.

In Dominanzbeständen ist eine Kombination von Ausreißen und Mahd nötig. Die Pflanzen treiben sehr rasch wieder aus, deshalb ist eine häufige Mahd über mehrere Jahre nötig, der Erfolg dabei unsicher.

Berufkraut breitet sich in einer Wiesenansaat aus.
Copyright: © Daniela Tüchler „Natur im Garten“

Achten sie auf eine gründliche Reinigung benutzter Geräte, von Fahrzeugen, Kleidung und Schuhwerk, um die Samenausbreitung zu verhindern. Beziehen Sie die Bevölkerung mit ein, durch Informationen für Gartenbesitzerinnen und -besitzer, sowie die Landwirtschaft. So lässt sich die Weiterverbreitung besser eindämmen.

Weitere Informationen zu Neophyten und anderen Themen erhalten Sie beim “Natur im Garten” Grünraumservice unter der Telefonnummer 02742-74333 oder per E-Mail unter gartentelefon@naturimgarten.at.

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