Blumenwiese oder Blühfläche – was ist der Unterschied?

In der Beratungspraxis werden die Begriffe Blumenwiese und Blühfläche häufig verwechselt, oder als Synonyme angesehen. Unterschiede bestehen in der Dauerhaftigkeit der Anlage, der Zusammensetzung des Saatgutes und der Pflege.

Blumenwiesen:

Einer Blumenwiese ist eine dauerhaft mit heimischen Wildstauden und Gräsern bewachsene Fläche, die regelmäßig gemäht wird. Ursprünglich entstanden sind Wiesen durch die Nutzung des Aufwuchses als Tierfutter. Auch wenn das Schnittgut heute oft nicht mehr verfüttert wird, muss die Mahd regelmäßig durchgeführt, und das Mähgut abtransportiert werden.
Ohne Mahd breiten sich Gehölze aus, und die Wiese wird erst ein Gebüsch und später ein Wald. Wird das Mähgut nicht entfernt, sondern gemulcht oder gehäckselt, dann verschwinden die Blumen nach und nach aus der Wiese und es bleibt eine Gräserfläche übrig.

Wichtig zu wissen: Die „eine“ Wildblumenwiese gibt es nicht!

Eine trockene, magere Wiese im Marchfeld sieht ganz anders aus als eine Mostviertler Bergwiese oder eine Waldviertler Feuchtwiese. Je nach Nährstoffgehalt, Wasserverfügbarkeit, Höhenlage oder Mahdhäufigkeit wachsen unterschiedliche Wiesengesellschaften.

Deshalb ist es bei der Neuanlage einer Blumenwiese sehr wichtig regionales, zertifiziertes Wiesenblumensaatgut zu verwenden. Noch einfacher geht die Anlage, wenn bereits ein Kräuterrasen vorhanden ist. Erkundigen Sie sich, ob die betreffende Grünfläche früher einmal eine Wiese oder Weide war. Das kommt gar nicht so selten vor, den früher wurde ein Großteil der verfügbaren Grünflächen landwirtschaftlich genutzt. Einfach die Pflege umstellen, und die Pflanzenarten beobachten, die zu wachsen beginnen. Unsere Profis helfen gerne und beraten bei der Umstellung und der Pflege von Wiesen.

Blühflächen:

Samenmischungen für Blühflächen sind in großer Auswahl im Handel erhältlich. Sie haben oft klingende Namen wie „Nützlingsweide“ oder „Bienenoase“. Die Mischungen bestehen aus ein- oder mehrjähriger Blühpflanzen, diese können heimisch oder nicht-heimisch sein. Meist stammt das Saatgut von Zuchtsorten mit größeren Blüten, neuen Blütenfarben oder gefüllten Formen. Diese Mischungen bieten über viele Wochen einen prächtigen Blühaspekt, und je nach den verwendeten Blumenarten und -sorten, auch ein Nektar- und Pollenangebot für Insekten.

In der Regel werden durch die Blühflächen „Generalisten“ wie beispielsweise Honigbienen angelockt. Spezialisierte Insekten, wie viele Wildbienenarten, bevorzugen heimische Wildblumen. Da solche Blühflächen entweder jährlich oder alle paar Jahre umgebrochen und neu angesät werden müssen, bieten sie keinen dauerhaften Lebensraum, wie eine Naturblumenwiese.

Wilder Saum:

Eine Zwischenform zwischen Wiese und Blühfläche ist der „Wilde Saum“. Er besteht aus heimischen Wildstauden, die meist höher werden, und nur einmal jährlich gemäht werden. Viele davon sind zweijährig, wie Wilde Karotte, Natternkopf, Königskerze oder Wegwarte. Die Säume blühen prächtig und werden von Insekten umschwärmt. Sie können bei entsprechender Pflege über viele Jahre bestehen.

Ein zusätzliches Blütenangebot für Insekten im öffentlichen Grünraum zu schaffen, ist immer eine gute Idee. Je höher dabei der Anteil an heimischen Pflanzenarten ist, desto besser können damit seltene Tierarten gefördert werden.

Weitere Informationen erhalten Sie beim “Natur im Garten” Grünraumservice unter der Telefonnummer 02742-74333 oder per E-Mail unter gartentelefon@naturimgarten.at.

Von: I.WEIPPL (Quelle: Natur im Garten, entgeltliche Einschaltung des Landes Niederösterreich)

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