Natur im Garten

Umwelt

17.07.2025

Weniger gießen: Die Wasserspeicherung verbessern

Wasserspeichernde Stoffe, die dem Boden oder Substraten beigemischt werden, gibt es schon lange. In jüngerer Zeit hat sich das Angebot um etliche neue Produkte erweitert. Wir empfehlen nur Zuschlagsstoffe aus Naturmaterialien zu verwenden, die zu 100 Prozent abgebaut werden.

Der Klimawandel führt zu vermehrt auftretenden, wochenlangen Trockenphasen. Um dem entgegenzuwirken, empfiehlt es sich, trockenheitsverträgliche Pflanzenarten auszuwählen. Eine weitere Maßnahme gegen Trockenheit sind wasserspeichernde Zuschlagsstoffe, die dem Boden beziehungsweise den Substraten beigemengt werden. Diese Zuschlagstoffe haben günstige Struktureigenschaften, die es ihnen ermöglichen, viel Wasser aufzunehmen, zu speichern und bei Trockenheit nach und nach wieder abzugeben.

Die Wasserspeicherfähigkeit von Erden bzw. Substraten kann durch verschiedene Maßnahmen verbessert werden.
Copyright: Katharina Weber „Natur im Garten“

Seit ein paar Jahren kommen dazu immer mehr Produkte auf den Markt. Leider basieren etliche davon auf Kunststoff – Polymeren, die nicht oder nur in sehr langen Zeiträumen im Boden abgebaut werden können. Mikroplastik in den Boden zu bringen, entspricht jedoch nicht der Philosophie von „Natur im Garten“.

Mittlerweile gibt es umweltfreundliche Produkte am Markt, die mit unserem „Natur im Garten“ Gütesiegel ausgezeichnet wurden. Diese basieren zu 100% auf natürlichen Grundstoffen wie Holz oder Zellulose. Die Produkte gibt es in Form von Hydrogelen oder Stripes/Matten. So kann ein Gramm eines auf Holzbasis hergestellten Hydrogels oder einer netzartigen Matte bis zu 300 Milliliter Wasser aufnehmen und speichern. Nach zwei bis fünf Jahren bauen sich diese rein auf Zellulose basierenden Materialien rückstandsfrei ab. Sie können beispielsweise eingesetzt werden, damit Jungbäume besser anwachsen. Oder sie werden Kisten oder Trögen beigemengt, damit hier die Pflanzen weniger häufig gegossen werden müssen.

Zu 100 % abbaubare, wasserspeichernde Zellulosestreifen sind Gießhelfer für Kisterln, Töpfe und Tröge.
Copyright: „Natur im Garten“

Schon lange bekannt ist die wasserspeichernde Wirkung von Pflanzenkohle. Sie besitzt eine sehr große Oberfläche, die viel Wasser aufnehmen kann, ähnlich wie ein Schwamm. Pflanzenkohle hält praktisch unbegrenzt. Es sollte nur zertifizierte Pflanzenkohle (Zertifikat EBC Bio) verwendet werden. Altbewährte mineralische Zuschlagsstoffe gibt es ebenfalls, wie Bentonit, ein Gestein aus verschiedenen Tonmineralien oder Lavagestein. Bentonit kann sehr viel Wasser aufnehmen und speichern, ist aber recht schwer und sinkt in leichten Böden in die unteren Schichten ab.

Eine bewährte und nachhaltige Methode, um die Wasserspeicherfähigkeit von Böden zu verbessern, ist, diese mit Humus anzureichern. Durch die Begabe von organischen Materialien wird der Boden belebt und die Bildung von sogenannten Ton-Humus-Komplexen gefördert. Diese begünstigen wiederum eine feinkrümelige Struktur des Bodens, in der Wasser und Nährstoffe sehr gut gespeichert werden können. Nebenbei wird so auch CO2 im Boden gebunden. Humusanreicherung passiert durch Mulchen, beimischen von Kompost oder durch Gründüngung. Eine ausführliche Beschreibung dazu finden Sie in unserem Infoblatt: www.naturimgarten.at/symbio-infoblatt-humusaufbau.

Eine Übersicht über biologisch abbaubare Wasserspeicherprodukte sowie weitere Gütesiegelprodukte erhalten Sie hier: https://www.naturimgarten.at/natur-im-garten-guetesiegel.html

Wir wünschen einen schönen Sommer!

– I.WEIPPL (Quelle: Natur im Garten, entgeltliche Einschaltung des Landes Niederösterreich)
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