Natur im Garten

Umwelt

28.08.2025

Raschwüchsige Schattenspender gesucht: Welche Baumarten wachsen am schnellsten?

Bis die Krone eines Jungbaums ausreichend groß ist, um an Hitzetagen ausreichend Schatten zu spenden, vergehen ein paar Jahre. Wir stellen die „Sprinter“ unter den klimafitten und ökologisch wertvollen Baumarten vor. 

Aber bitte keine falschen Hoffnungen! Auch wenn manche Baumarten schneller wachsen als andere, braucht es doch mindestens eineinhalb Jahrzehnte, bis auch die flotten Arten eine ausreichend große Krone gebildet haben, die vor der Sonne schützt. Die meisten Bäume brauchen außerdem ein bis zwei Jahre, um sich nach der Pflanzung an den neuen Standort zu gewöhnen, bevor sie „lossprinten“. Und wie schnell ein Baum tatsächlich wächst, hängt auch von den Gegebenheiten, wie der Bodenart und der Wasserverfügbarkeit, ab.

Die Purpur-Erle (links im Bild) gehört zu den rasch wachsenden Baumarten.
Copyright: Martina Liehl-Rainer „Natur im Garten“

Zu den bei uns am schnellsten wachsenden Arten gehört die Purpur-Erle (Alnus x spaethii), mit einem Jahreszuwachs von bis zu 50 Zentimetern in die Höhe und 30 Zentimetern in die Breite. Diese Zuchtform entwickelt sich zu einem hübschen, mittelgroßen Baum mit kegelförmiger Krone, mittlerer Schattenwirkung und einem hohen ökologischen Wert. Wehrmutstropen für empfindliche Personen ist die allergene Wirkung während der Pollensaison. Die beiden heimischen Erlenarten (Schwarzerle und Grauerle) wachsen mittelschnell.

Zu den heimischen Baumarten mit rascherem Kronenzuwachs zählen auch der Feldahorn (Acer campestre) und der Spitzahorn (Acer platanoides). Der Feldahorn hat kleinere Blätter als der Spitzahorn, mit einer wunderschönen gelben Herbstfärbung, und kommt mit Trockenheit besser zurecht.

Eine beliebte Sorte des Spitzahorns ist der rotblättrige Blutahorn Copyright: Martina Liehl-Rainer „Natur im Garten“

Die Vogelkirsche (Prunus avium) ist ein wunderbarer heimischer Schattenbaum. Sie beeindruckt nicht nur mit einer überreichen Blüte und einer prächtigen Herbstfärbung. Der ökologische Wert für Insekten und Vögel ist sehr hoch. An manchen Standorten sind die (kleinen!) Früchte nicht erwünscht, deshalb wird sie am besten nur dort gepflanzt, wo dies keine Rolle spielt. Auch Fruchtsorten der Kirsche wachsen schnell, achten Sie dabei auf eine trockenheitsverträgliche Veredelungsunterlage. In weniger trockenen und heißen Lagen ist ihre Verwandte, die Traubenkirsche (Prunus padus), eine schnellwachsende Baumart, mit hängenden Blütentrauben die stark duften.

Bei den kleineren Blütenbäumen zählen die Baum-Felsenbirne und der Seidenbaum zu den flotter wachsendend Arten. Die Baum-Felsenbirne (Amelanchier x grandiflora ‚Robin Hill‘) ist eine Zuchtform, die bei uns noch nicht sehr verbreitet ist. Die Krone ist etwas lockerer als bei der Vogelkirsche. Sowohl die weiße Blüte als auch die kupferfarbene Herbstfärbung sind sehr attraktiv und der ökologische Wert ist hoch. Seidenbäume (Albizia julibrissin) sind wegen ihrer exotisch wirkenden rosa Blüten sehr beliebt. Die feinen Blätter erscheinen erst spät im Frühling und haben eine mäßige Schattenwirkung.

Der Pagoden-Schnurbaum (Styphnolobium japonicum „Regent“) ist als Straßenbaum immer häufiger zu sehen.
Copyright: Martina Liehl-Rainer „Natur im Garten“

Aus dem asiatischen Raum kommt der Pagoden-Schnurbaum (Styphnolobium japonicum ‚Regent‘), der als Straßenbaum immer häufiger gepflanzt wird. Er erreicht eine Höhe von 15 bis 20 Metern und hat eine mittlere Schattenwirkung. Durch die späte Blüte im Sommer ist er ein wertvoller Bienenbaum. Es dauert allerdings ein bis zwei Jahrzehnte, bis er zu blühen beginnt. In Einzelstellung wachsen Schnurbäume zu wunderschönen, ausladenden Solitärbäumen heran.

Sie fragen sich nun vielleicht, warum Sie den Blauglockenbaum (Paulownia sp.) nicht in dieser Aufzählung finden. Er ist bekannt dafür, dass er rasch wächst. Wegen des kaum zu bändigenden Expansionsdranges wird er von uns nicht empfohlen. Wie sie gerade gelesen haben, gibt es gute Alternativen.

Blauglockenbäume verbreiten sich über Samen, die – ähnlich wie Götterbäume – auch in Fugen keimen und durch ihr rasches Wachstum die Infrastruktur schädigen können. Copyright: Bernhard Haidler

Ausführliche Beschreibungen zu den oben genannten sowie zu vielen weiteren Baumarten finden Sie unter dem „Natur im Garten“ Baumnavigator: www.willbaumhaben.at.

Abschließend sei noch erwähnt, dass bei Pflanzung von mehreren Bäumen am besten verschiedene Arten gemischt werden. Damit wird das Risiko von Ausfällen durch Krankheiten oder Schädlingen verringert.

Mehr Information erhalten Sie beim “Natur im Garten” Grünraumservice unter der Telefonnummer 02742-74333 oder per E-Mail unter gartentelefon@naturimgarten.at.

– I.WEIPPL (Quelle: Natur im Garten, entgeltliche Einschaltung des Landes Niederösterreich)
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