In jedem Gemeindegrünraum gibt es Flecken, mit denen keiner so richtig glücklich ist oder etwas damit anzufangen weiß. Sei es, dass die Pflanzen nicht besonders gut anwachsen, sei es, dass sie pflegeintensiv sind oder diese Bereiche nicht wirklich genutzt und in der Folge vernachlässigt werden.
Besonders offene Flächen, die etwa nach Baustellen oder Hochwässern brachliegen, sollten rasch begrünt werden. Andernfalls besteht die Gefahr, dass sich Neophyten wie Goldrute, Springkraut, Ragweed oder der Staudenknöterich darauf ausbreiten. Jedenfalls sollte man proaktiv an die Sache herangehen, um unerwünschte Pflanzen fernzuhalten und die Flächen nicht von Vornherein sich selbst überlassen. Im schlimmsten Fall übernimmt Ragweed die offene Fläche und sorgt dann sogar für gesundheitliche Beschwerden der Anrainer.
Das kann man jetzt im Herbst machen
Brachflächen für die keinerlei Verwendung besteht, v.a. Böschungen, können im Herbst mit Steckhölzern von Sträuchern bepflanzt werden. Am besten eignen sich Strauchweiden, Holunder, Liguster oder Heckenkirschen.
Man schneidet dazu junge, ca. 30cm lange, fingerdicke Triebe aus dem äußeren, gut belichteten Teil des Gehölzes, sobald diese in unbelaubtem Zustand sind. Achten Sie darauf das Steckholz 1/2cm unterhalb einer Knospe vom Strauch zu schneiden. Hier sind besonders viele Wachstumshormone enthalten, welche die Wurzelbildung fördern.
Die Hölzchen werden dann im Abstand von 1m entlang einer ausgehobenen Rille zu ¾ senkrecht in die lockere Erde gesteckt, sodass nur noch maximal 2 Knospen herausschauen. Die Erde rund um das Hölzchen wird danach leicht angedrückt, der Abstand zwischen den einzelnen Stecklingen beträgt ca. 20cm. Danach wird noch gut gegossen. Im Frühling treiben die Hölzer aus und so entwickeln sich rasch dichte Hecken.
Nach einem ähnlichen Prinzip können Flächen mit Weidenspreitlagen begrünt werden. Dazu legt man nach dem Laubfall 2-4 Meter lange Weidenruten kreuz und quer flach auf der nackten Erde auf, wobei man die Schnittflächen schräg in den Boden rammt. In und neben die Fläche werden Holzpflöcke geschlagen damit die Ruten mittels verrottbaren Schüren am Boden fixiert werden können. Der Vorteil an dieser Methode ist, dass die Ruten über die ganze Länge anwurzeln können und viele Triebe aus einer einzigen Rute ausschlagen.
Flächen in Siedlungen
Flächen in Siedlungen, die etwas repräsentativer sind und begangen werden, können im Herbst mit Kräuterrasenmischungen besät werden. Die Tage werden kürzer, es ist nicht mehr so heiß und dadurch ist die Gefahr des Austrocknens nicht so groß. Morgens sorgt Nebel für Feuchtigkeit damit das Saatgut keimen kann. Kräuterrasenflächen sind sehr robust, müssen seltener gemäht und nicht bewässert werden, weil sie Trockenheit und Hitze besser aushalten.
Für Grünräume, die nicht begangen werden, eignen sich Naturblumenwiesenmischungen, die ebenfalls im Herbst ausgesät werden können. Sind die Wiesen erst einmal etabliert, müssen sie nur 2x/Jahr gemäht werden, das Mähgut muss aber abtransportiert werden.
Nähere Infos zu Begrünungen im öffentlichen Grünraum erhalten Sie bei unserem Gemeindewebinar am 26.9. von 9:00 – 10:00 https://www.naturimgarten.at/gemeinde-webinare
Mehr Information erhalten Sie beim “Natur im Garten” Grünraumservice unter der Telefonnummer 02742-74333 oder per E-Mail unter gartentelefon@naturimgarten.at.
