Die Elsbeere ist eine alte Obstbaumart, die heute nur mehr selten angepflanzt wird. Ihr schöner Wuchs, die attraktive Herbstfärbung und der sehr hohe ökologische Wert machen sie zu einem empfehlenswerten Baum für Parks oder Streuobstwiesen.
Elsbeerbäume entwickeln sich zu beeindruckenden, ausladenden Einzelbäumen, die sehr alt werden können, etwa 200 bis 300 Jahre. Die Krone wird etwa 10 Meter breit und 20 Meter hoch. Dabei wächst sie in der Jugend sehr flott, nach etwa 20 Jahren bremst sich das Wachstum merklich ein.
Einen größeren Elsbeerbestand gibt es heute noch auf Streuobstwiesen im Wienerwald oder im Mostviertel. Die Früchte werden dort zum Schnapsbrennen genutzt. Das Beernten der hohen Bäume ist sehr aufwendig und der Schnaps entsprechend teuer. Roh sind die Elsbeeren nur in überreifem Zustand genießbar, oder nach einem Frost. Deshalb werden sie meistens weiterverarbeitet. Neben Hochprozentigem eignen sie sich für Marmelade, Kompott oder Gelee.

Frühlingsstimmung mit blühendem Elsbeerbaum. Copyright: Dirk df, via Wikimedia Commons
Die Elsbeere ist ein ökologisch sehr wertvoller Baum. Beginnend im Frühling mit ihren weißen, duftenden Blüten, gilt sie als wertvolle Bienenfutterpflanze für Honigbienen und etliche Wildbienenarten. Mehrere Schmetterlingsarten nutzen sie außerdem als Raupenfutter. Sie ist als Brutgehölz gut geeignet und die Früchte sind bei Vögeln als auch Kleinsäugern beliebt. Die Beeren verbleiben lange am Baum, das macht sie im Winter zu einer wichtigen Nahrungsquelle.

Früchte und Blatt der Elsbeere. Copyright: Bernhard Haidler
Charakteristisch für Elsbeeren sind die ahornähnlichen, drei- bis fünffach spitz gelappten und glänzend dunkelgrünen Blätter. Sie verfärben sich im Herbst in wunderschönen Gelb- und Orangetönen.
Die Elsbeere ist genügsam und robust. Am besten wachsen die Bäume an einem sonnigen oder halbschattigen Standort mit einem durchlässigen, humosen Boden. Sie verträgt etwas Trockenheit, ist aber nicht für besonders trockene oder heiße Standorte empfehlenswert. Außerdem ist sie empfindlich gegenüber Bodenverdichtungen oder Anschüttungen.

Beginnende Herbstfärbung. Copyright: Margit Benes-Oeller
Elsbeeren eigenen sich für Standorte, die ihnen räumlich als auch zeitlich Platz zur Entwicklung lassen, damit sie zu den Baumpersönlichkeiten heranwachsen, die sie sein können. Parks, Friedhöfe oder Streuobstwiesen wären solche Grünräume.
Vielleicht ist die Elsbeere zukünftig wieder häufiger anzutreffen. Es wäre ein Gewinn! Noch mehr klimafitte und ökologisch wertvolle Baumarten finden Sie im „Natur im Garten“ Baumnavigator unter www.willbaumhaben.at.
Mehr Information erhalten Sie beim “Natur im Garten” Grünraumservice unter der Telefonnummer 02742-74333 oder per E-Mail unter gartentelefon@naturimgarten.at.

