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Natur im Garten

NaturimGartenTipps

25.11.2025

Moos im Rasen

Moos im Rasen ist nicht das eigentliche Problem in Rasenflächen, aber es ist ein Symptom, das auf schlechte Standortbedingungen hinweist. Moos, das wesentlich anspruchsloser als Rasen ist, breitet sich dann nämlich stark aus.

Meist sind es schattige, verdichtete und staunasse, feuchte oder nährstoffarme Flächen, an denen sich Moose ausbreiten, weil der Rasen dort nicht gut wachsen kann. Es gilt also darüber nachzudenken, was dem Rasen Gutes getan werden kann, und nicht wie das Moos am besten vernichtet wird.

Bodenbelüftung & Kalksteinmehl Ja

Bei verdichteten Böden kann aerifiziert werden, dabei wird der Boden belüftet. Mittels geeigneter Werkzeuge (Rasenlüfterwalzen mit Hohlspoons) werden in regelmäßigen Abständen kleine Löcher in den Rasen gestanzt. In diese wird anschließend Sand gefüllt. Dadurch kann auf verdichteten Flächen Wasser besser versickern und die Wachstumsbedingungen für den Rasen verbessert, für das Moos aber verschlechtert werden.

Eine weitere Gegenmaßnahme wäre das Ausbringen von Kalksteinmehl,  weil Moos gerne auf Böden mit niedrigem pH-Wert wächst. Kalk erhöht den pH-Wert und drängt das Moos zurück.

Vertikutieren Nein

Das in vielen Gartenratgebern empfohlene Vertikutieren schädigt den Rasen bei häufiger Durchführung mehr, als es ihm nutzt. Es sollte nur dann gemacht werden, wenn schon mehr Moos als Rasen auf den betreffenden Flächen wächst.

Kompost als Bodenbeleber

Mit Komposttee oder fein gesiebtem Kompost kann der Boden belebt und abgestorbene Grashalme am Boden schneller abgebaut werden. Kompost ist nämlich nicht nur ein Dünger mit allen Hauptnährstoffen (N, P, K) sondern er enthält auch Mikroorganismen, welche diesen Filz abbauen und Nährstoffe wieder freisetzen. Durch den Einsatz von fein gesiebtem Kompost (1,5 l/m²/Jahr) wird mittelfristig auch der Humusgehalt im Boden erhöht. Dadurch können sich die Wurzeln der Gräser gut entwickeln. Auf verdichtetem Untergrund fühlen sich hingegen eher Beikräuter wie z.B. Wegerich-Arten wohl.

Der Humusaufbau wird auch gefördert, wenn 3x/Jahr organische Dünger ausgebracht werden. Bodenorganismen arbeiten diese Dünger auf und stellen so den Gräsern die lebensnotwendigen Nährstoffe zur Verfügung. Gemeinsam mit dem Kompost und den Ausscheidungen der Bodenorganismen entsteht ein lockerer Boden mit guter Krümelstruktur. Hier fühlen sich die Rasenwurzeln wohl. Mit dem Einsatz chemisch-synthetischer Dünger würde aber das Gegenteil erreicht: Diese Düngesalze können das Bodenleben schädigen!

Nähere Infos unter www.naturimgarten.at/infoblatt/wiesen-rasen

– I.WEIPPL (Quelle: Natur im Garten, entgeltliche Einschaltung des Landes Niederösterreich)
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