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Sivag Kommunale

08.01.2026

Unabhängige Polizzenprüfung – das zeigte 2025

Transparenz beginnt bei der eigenen Absicherung.

Das Jahr 2025 hat in vielen Gemeinden gezeigt, wie stark sich die Versicherungslandschaft verändert – und wie wichtig es ist, bestehende Strukturen regelmäßig zu hinterfragen.
Unabhängige Polizzenprüfungen haben deutlich gemacht: Die Herausforderungen liegen weniger in einzelnen Verträgen, sondern im System dahinter – in gewachsenen Strukturen, fehlender Übersicht und nicht mehr zeitgemäßen Deckungskonzepten.

1. Gewachsene Strukturen – gute Absicht, aber unzeitgemäß

In vielen Gemeinden hat sich über die Jahre eine Vielzahl an Einzelverträgen, Zusatzdeckungen und lokalen Betreuungsstrukturen gebildet.
Das ist historisch gewachsen und oft aus guter Zusammenarbeit entstanden – führt heute aber dazu, dass wesentliche Synergieeffekte verloren gehen.

Vergleichsprüfungen haben gezeigt:
Gegenüber modernen, gebündelten Konzepten bestehen gravierende Preis- und Leistungsunterschiede.
Nicht, weil etwas falsch gemacht wurde – sondern, weil das System nie als Ganzes neu gedacht wurde.

 2. Laufzeiten und Flexibilität – Verträge mit Langzeitwirkung

Ein zentrales Problem betrifft die Vertragslaufzeiten.
Viele Gemeinden sind noch immer an Langzeitverträge mit Laufzeiten von bis zu zehn Jahren gebunden – oft abgeschlossen auf Empfehlung von Betreuern, nicht aus kommunalem Interesse.

Das Ergebnis:
Kaum Verhandlungsspielraum, fehlende Flexibilität und stagnierende Deckungskonzepte.

Ein dringender Hinweis gilt daher:
Bei Neuabschlüssen oder Konvertierungen sollten Kündigungsrechte spätestens nach drei Jahren vereinbart werden.
Nur so bleibt die Gemeinde handlungsfähig und kann auf Veränderungen in Risiko, Markt oder Deckungsbedarf reagieren.

Denn ein Vertrag, der zu lange läuft, schützt oft nicht mehr das aktuelle Risiko, sondern vor allem den Provisonsanspruch des Vermittlers – nicht die Gemeinde.

 3.Verwaltung und Fristenmanagement – Risiko in der Organisation

Ein weiterer Befund betrifft die interne Verwaltung:
Viele Gemeinden führen ihre Versicherungsverträge noch in Excel-Listen, teils ohne zentralen Überblick, welche Verträge bei welchem Betreuer liegen oder wann Fristen und Nachträge fällig werden.

Das Problem:
Passiert hier ein Fehler – etwa bei Kündigungsfristen, Schadensmeldungen oder Nachversicherungen – trägt immer die Gemeinde das Risiko und die Verantwortung.

Genau deshalb entscheiden sich zunehmend mehr Gemeinden für eine professionelle Maklerbetreuung, die das Versicherungsportfolio aktiv steuert, Schäden zentral abwickelt und klare Zuständigkeiten schafft – gesichert durch die gesetzliche Interessenwahrungspflicht des Maklers gegenüber der Gemeinde, nicht gegenüber dem Versicherer.

 4. Gebäudewerte und veraltete Bedingungswerke – ein unterschätztes Risiko

Besonders auffällig war 2025 die Abweichung zwischen tatsächlichen Neubauwerten und den in Polizzen hinterlegten Versicherungssummen.
Viele Gebäude sind deutlich zu niedrig bewertet, teils noch nach alten Standards und Deckungsumfängen versichert – trotz Indexierung klaffen hier Deckungslücken von bis zu 50 %.

In Verbindung mit veralteten Klauselwerken führt das zu Risiken, die nicht nur theoretisch sind, sondern im Schadenfall massive Unterdeckungen verursachen können.
Dabei ließen sich diese Abweichungen durch einfache Neubewertungen oder Klauselaktualisierungen leicht beheben – meist ohne Mehrkosten, aber mit großer Wirkung.  

5. Fehlende Absicherung der Gemeinde-Infrastruktur

Straßenlaternen, Brücken, Spielplätze, Beschilderungen – in vielen Gemeinden sind Teile der Infrastruktur gar nicht oder nur unzureichend abgesichert.
Auch Schäden durch Vandalismus oder unbekannte Fahrzeuge werden häufig nicht oder nur eingeschränkt ersetzt, obwohl es längst praktikable Lösungen gibt.

Diese Lücken sind kein Kostenthema, sondern ein Informationsproblem:
In der Regel lassen sich moderne Infrastrukturdeckungen ohne Mehrprämie in bestehende Verträge integrieren.
Voraussetzung ist ein transparenter Prozess, die fachgerechte Neubewertung der Objekte – und ein Partner, der weiß, was am Markt möglich ist.

FAZIT: Verantwortung braucht Struktur

Die Versicherungsgebarungsprüfungen 2025 haben gezeigt:
Die meisten Gemeinden sind grundsätzlich gut versichert – aber nur wenige sind wirklich abgesichert.
Fehlende Übersicht, veraltete Konzepte und organisatorische Brüche schaffen Risiken, die vermeidbar wären.

Die unabhängige Polizzenprüfung ist daher kein Kontrollinstrument, sondern ein Werkzeug für Rechtssicherheit, Planbarkeit und bessere Verhandlungspositionen.
Sie schafft Transparenz, bündelt Risiken und ermöglicht Konzepte, die juristisch, wirtschaftlich und operativ Sinn ergeben.

Sicherheit in Versicherungsangelegenheiten ist kein Zustand, sondern ein Prozess – und er beginnt mit einem klaren Blick auf das Bestehende.

Erfahren Sie mehr über die speziellen Versicherungslösungen der SIVAG KOMMUNALE und schützen Sie Ihre Gemeinde:

Mail: kommunale@sivag.at
Tel.: +43/7612 88 222 -0

– I.WEIPPL (Quelle: Sivag Kommunale Entgeltliche Einschaltung)

 

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