05.01.2026

Zeitpolster: Betreuungslücken schließen, ohne das Gemeindebudget zu belasten

In Kürze:

  • Zeitpolster organisiert Nachbarschaftshilfe über ein Stundenkonto-Modell: Heute helfen – morgen Zeitguthaben für eigene Betreuung nutzen.
  • Gemeinden bekommen ein fertiges, erprobtes System, das Betreuungslücken schließt und keine zusätzlichen Budgetmittel erfordert.
  • Über zeitpolster.com stehen Gemeinden Unterlagen und Kontaktmöglichkeiten zur Verfügung, um einfach Zeitpolster-Gemeinde zu werden.

Warum Gemeinden neue Lösungen brauchen

Der demografische Wandel ist in allen Gemeinden spürbar: Immer mehr ältere Menschen leben länger zu Hause, Angehörige sind oft beruflich ausgelastet oder wohnen weiter weg, professionelle Dienste stoßen an Kapazitätsgrenzen. Gleichzeitig wird der Fachkräftemangel im Pflege- und Betreuungsbereich bis 2030 auf rund 35.000 fehlende Fachkräfte in Österreich geschätzt.

Als Gemeindeangestellte:r sehen Sie das täglich:

  • Fahrten zum Arzt,
  • kleine Entlastungen für pflegende Angehörige,
  • Unterstützung im Alltag,
    bleiben oft liegen, weil sie nicht in klassische Pflegeleistungen fallen.

Genau hier setzt Zeitpolster an – als ergänzendes Betreuungsmodell, das Gemeinden entlastet, ohne professionelle Dienste zu ersetzen.

Was ist Zeitpolster – in 5 Sätzen?

  • Menschen, die anderen helfen, erhalten dafür Zeitgutschriften statt Geld.
  • Diese Stunden können sie später einlösen, wenn sie selbst Unterstützung brauchen.
  • Wer keine Stunden angespart hat, bezahlt einen moderaten Beitrag von 11 Euro pro Stunde. Deutlich unter marktüblichen Preisen.
  • Ein Teil der Einnahmen deckt Verwaltung und Versicherungen, ein anderer baut ein Notfallkonto zur langfristigen Absicherung auf.
  • So entsteht ein stabiles Netzwerk an Alltagshilfen, das Gemeinden flexibel nutzen können.

Leistungen im Überblick (je nach Bedarf der Gemeinde):

  • Fahrdienste und Begleitung (z. B. Arzttermine, Einkaufen)
  • Unterstützung bei Behördenwegen und Schriftverkehr
  • Alltagsunterstützung (Haushalt, gemeinsames Kochen, kleine Erledigungen)
  • Freizeitangebote (Spaziergänge, Spielenachmittage, Ausflüge)
  • Kleine handwerkliche Hilfen, Gartenarbeiten
  • Entlastung pflegender Angehöriger
  • Kinderbetreuung in besonderen Situationen

Was hat Ihre Gemeinde konkret davon?

  1. Keine Implementierungskosten
    Zeitpolster stellt das komplette Modell, den rechtlichen Rahmen, Schulungen und die technische Abwicklung zur Verfügung.
    Die Gemeinde bringt vor allem Vernetzung, Räume und lokale Kontakte ein.
  2. Neue Freiwillige gewinnen
    60 % der Zeitpolster-Helfenden waren vorher nicht ehrenamtlich aktiv.
    Zeitpolster erschließt damit eine Zielgruppe, die klassische Freiwilligenstrukturen oft nicht erreichen.
  3. Rechtliche und organisatorische Absicherung
  • Helfende sind als Vereinsmitglieder haftpflicht- und unfallversichert.
  • Abrechnung, Versicherung, Verwaltung und IT laufen über Zeitpolster.
  • Die Gemeinde kann sich auf Koordination und Kommunikation vor Ort konzentrieren.
  1. Entlastung bestehender Dienste
    Zeitpolster übernimmt niederschwellige Unterstützungen, die mobile Dienste, Sozialsprengel oder Pflege oft nicht abdecken (oder nicht abrechnen können).
    So können sich professionelle Dienste auf ihre Kernaufgaben konzentrieren.
  2. Stärkung des sozialen Zusammenhalts
    Durch gegenseitiges Helfen entstehen neue Kontakte und Nachbarschaftsnetzwerke.
    Bürgermeister Peter Eisenschenk (Tulln) bringt es so auf den Punkt:

„Die Idee von Zeitpolster und vor allem die Mitglieder der Gruppe verkörpern die Vision Tullns als wahre Stadt des Miteinanders.“

So funktioniert Zeitpolster in der Praxis: Beispiel Hard & Co.

Ein Praxisbeispiel liefert die Gemeinde Hard am Bodensee:

  • Ein lokales Zeitpolster-Team arbeitet eng mit dem Sozialsprengel zusammen.
  • Das Team organisiert die Anfragen, bringt Helfende und Hilfesuchende zusammen und ergänzt bestehende Angebote genau dort, wo professionelle Dienste nicht aktiv sind oder nicht mehr können.

Der ehemalige Präsident des Österreichischen Gemeindebundes, Helmut Mödlhammer, sagt dazu:

„Nicht alles in einer Gemeinde kann professionell abgedeckt werden.“

Genau diese Lücke zwischen Familie und professioneller Pflege schließt Zeitpolster – mit einem klar geregelten, erprobten Modell.

Wie wird Ihre Gemeinde zur Zeitpolster-Gemeinde?

Der Einstieg ist bewusst einfach und praxisnah gehalten. Typischerweise übernimmt die Gemeinde:

  • 3–7 engagierte Personen für ein lokales Zeitpolster-Team finden
  • Einen Raum für Treffen und Koordination bereitstellen
  • Öffentlichkeitsarbeit unterstützen (Gemeindeblatt, Website, Veranstaltungen)
  • Kontakte zu Sozialsprengel, Pflegediensten, Pfarrcaritas & Vereinen herstellen

Zeitpolster übernimmt im Hintergrund:

  • Einschulung des lokalen Teams
  • Bereitstellung der technischen Plattform
  • Abrechnung, Versicherungen, rechtlichen Rahmen
  • Laufende fachliche Begleitung und Unterstützung

Nach der Startphase kann das örtliche Team je nach Wunsch relativ eigenständig laufen oder eng in bestehende kommunale Strukturen eingebunden bleiben.

Unterstützung & Empfehlung durch den Gemeindebund

Der Österreichische Gemeindebund empfiehlt Zeitpolster ausdrücklich als ergänzendes Betreuungsmodell für Gemeinden und soziale Einrichtungen.

Über zeitpolster.com können Gemeinden:

  • Informationsunterlagen zu Zeitpolster abrufen
  • Materialien für Gemeinderat, Ausschüsse und Öffentlichkeitsarbeit nutzen
  • unkompliziert den Kontakt zur Zeitpolster-Geschäftsstelle herstellen

So wird aus einer guten Idee ein konkretes Projekt in Ihrer Gemeinde.

Nächster Schritt für Ihre Gemeinde

So können Sie jetzt starten:

  1. Überlegen Sie intern:
    • Wo gibt es bei uns Betreuungslücken, die weder Familie noch professionelle Dienste abdecken?
  2. Besuchen Sie zeitpolster.com und informieren Sie sich im Bereich zu Zeitpolster-Gemeinden.
  3. Vereinbaren Sie ein unverbindliches Erstgespräch mit der Zeitpolster-Geschäftsstelle – online oder telefonisch.

Kontakt und weitere Informationen:

Werden Sie Teil eines wachsenden Netzwerks von Gemeinden, die Betreuungsarbeit neu denken – mit Zeit als Währung und Gemeinschaft als Stärke.

– I.WEIPPL

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