Um ein langes und gesundes Baumleben zu gewährleisten, braucht es einen entsprechenden Untergrund mit einer günstigen Bodenstruktur. Bei Extremstandorten im Straßenbereich oder bei zu Verdichtungen neigenden Standorten ist die Verwendung spezieller Baumsubstrate empfehlenswert.

Es kann nicht oft genug geschrieben werden: Baumwurzeln brauchen Luft!!!
Leider ist diese Tatsache zu wenig bekannt oder wird häufig nicht ausreichend beachtet. In Folge werden Bäume unter ungünstigen Bodenbedingungen gepflanzt. Oder im Laufe der Jahre verschlechtert sich die Bodenstruktur durch Verdichtung. Die Bäume reagieren mit einem ungünstigen Wuchsverhalten oder erhöhter Krankheitsanfälligkeit, bis hin zum Absterben. Um dies zu vermeiden, werden im Idealfall schon vor einer Baumpflanzung Vorkehrungen getroffen, die langfristig eine gute Bodenstruktur gewährleisten.

© Theresa Steiner “Natur im Garten” | Spezielle Baumsubstrate enthalten einen hohen Anteil an mineralischen Bestandteilen für eine hohe Strukturstabilität.

Damit die Versorgung der Baumwurzeln mit ausreichend Luft über ein ganzes Leben gegeben ist, muss der Boden ein gutes Porenverhältnis aufweisen und über Jahrzehnte strukturstabil sein. Dies ist bei einem gewachsenen Boden mit einer günstigen Porenstruktur und reicher Bodenfauna meist gewährleistet. Die sogenannte Bioturbation, das ständige Durchmischen und Belüften des Bodens durch Regenwürmer und andere Bodenorganismen, sorgt in einem gesunden Boden dafür, dass eine günstige Bodenstruktur vorhanden ist und erhalten bleibt.

© Martina Liehl-Rainer “Natur im Garten” | An Standorten mit geringer Gefahr von Verdichtungen bietet der gewachsene Boden einen guten Baumstandort.

Bei innerörtlichen Baumstandorten sind diese Voraussetzungen aber häufig nicht gegeben. Die Böden sind oft geschädigt und verdichtet. Zumeist ist nicht ausreichend Bodenleben vorhanden, um gegebenen oder zukünftigen Verdichtungen entgegenzuwirken.
In solchen Fällen ist die Verwendung von speziellen Baumsubstraten überlegenswert. Die meisten Baumwurzeln verlaufen in den obersten eineinhalb Metern des Bodens. Für diesen Bereich sollte auf jeden Fall ein günstiger Zustand für den Jungbaum vorhanden sein oder hergestellt werden.

© Martina Liehl-Rainer “Natur im Garten” | Je extremer der Standort, desto eher braucht es ein spezielles Baumsubstrat.

Spezielle Baumsubstrate bestehen in der Regel aus einem hohen Anteil an mineralischen Ausgangsstoffen unterschiedlicher Größe. Verwendete Materialien sind häufig Kies, Schotter oder Sand, aber auch Lava, Bims, Perlite oder Tonschiefer. Damit wird Strukturstabilität und ein hoher Anteil an Poren in unterschiedlichen Größen (Grob-, Mittel- und Feinporen) gewährleistet. Organische Anteile wie Kompost oder Humus verbessern Nährstoffverfügbarkeit und Wasserspeicherfähigkeit. Ihr Anteil in Baumsubstraten beträgt üblicherweise weniger als 15 Prozent des Volumens.

Für eine langfristig günstige Bodenstruktur braucht es außerdem Schutzmaßnahmen, um Verdichtungen durch äußere Einflüsse zu vermeiden. Das sind beispielsweise Abgrenzungen oder Schutzgitter. Eine nachträgliche Sanierung eines verdichteten Bodens ist zwar in einigen Fällen möglich, aber mit hohen Kosten verbunden.
Wird ein Baumstandort überbaut, dann sind spezielle Systeme und Baumsubstrate wie das „Stockholmer System“ notwendig.

Zusammengefasst sind Baumsubstrate überall dort empfehlenswert, wo eine günstige Bodenstruktur entweder nicht vorhanden ist oder langfristig nicht durch andere Maßnahmen gewährleistet werden kann. Mittlerweile bieten etliche Kies- oder Erdenwerke spezielle Baumsubstrate an. Ideal ist ein kurzer Transportweg.

Mehr Information erhalten Sie auch beim “Natur im Garten” Grünraumservice unter der Telefonnummer 02742-74333 oder per E-Mail unter gartentelefon@naturimgarten.at.

– C.TAUCHER (Quelle: Natur im Garten, entgeltliche Einschaltung des Landes Niederösterreich)

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