Die steirische Bergstadt Eisenerz steht exemplarisch für viele europäische Industriestandorte im Wandel. Jahrzehntelang vom Bergbau geprägt, verlor die Stadt seit den 1980er-Jahren massiv an Bevölkerung. Heute zählt Eisenerz rund 3.300 Einwohner – vor 70 Jahren waren es noch rund 12.000. Rund 700 Wohnungen stehen leer, 40 Prozent der Bevölkerung sind über 65 Jahre alt. Gleichzeitig fehlen Fachkräfte in nahezu allen Branchen. Bürgermeister Thomas Rauninger spricht im Gemeindebund-Podcast „Amtsgeheimnisse vor Ort“ über die Herausforderungen, eine Gemeinde in dieser Ausgangslage zu leiten.
Digitale Plattform für Leerstand-Vermittlung
Rauninger setzt bei der Belebung von Eisenerz auf einen strategischen Langzeitansatz. Das Problem ist jedoch nicht nur die Quantität, sondern die Qualität – viele Wohneinheiten entsprechen nicht mehr heutigen Wohnstandards. Mit „Redesign Eisenerz digital“ wurde eine kommunale Leerstandsplattform geschaffen. Ziel ist es, Eigentümer zu aktivieren, Transparenz zu schaffen und Angebot sowie Nachfrage besser zu vernetzen. Bemerkenswert ist der 21-monatige Beteiligungsprozess, in den Genossenschaften, Private und Bürger eingebunden waren.
Was Gemeinden von Eisenerz lernen können
Parallel dazu setzt die Stadt auf gezielte Impulse wie eine Ortskernbelebungsprämie sowie auf langfristige Leitbildprozesse mit klar definierten Kernzielen. Ein weiterer Zukunftsbaustein ist das „Zentrum am Berg“ am steirischen Erzberg – ein internationales Forschungs- und Trainingszentrum, das neue wirtschaftliche Perspektiven eröffnet.
„Strukturwandel ist kein Fünfjahresprojekt, sondern ein Generationenprozess“, betont Bürgermeister Thomas Rauninger im Podcast. Eisenerz setzt dabei auf kleine, konsequente Schritte statt spektakulärer Einzelmaßnahmen. Die Lehre für andere Gemeinden: Strukturwandel erfordert realistische Einschätzung, Bürgerbeteiligung und einen langen Atem – aber auch Mut zur Aktivierung.
Die Podcast-Folge von „Amtsgeheimnisse vor Ort“ ist ab sofort auf allen gängigen Podcast-Plattformen sowie auf der Webseite des Österreichischen Gemeindebundes www.gemeindebund.at abrufbar. Den Link dazu finden Sie unten.
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