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01.04.2026

Poolsaison ohne Wasserengpass: Was Gemeinden tun können

Mit steigenden Temperaturen beginnt vielerorts auch die Poolsaison. Traditionell werden rund um den 1. Mai zahlreiche private Swimmingpools befüllt. Für Gemeinden kann diese kurze Phase mit stark erhöhtem Wasserbedarf zur Herausforderung werden. Wenn viele Haushalte gleichzeitig große Mengen Wasser aus dem Leitungsnetz entnehmen, kann das im schlimmsten Fall zu Druckabfällen oder Engpässen in der Versorgung führen.

Fachleute empfehlen daher, die Poolbefüllung zeitlich zu koordinieren. Anstatt alle Pools innerhalb weniger Tage zu füllen, kann die Befüllung auf einen längeren Zeitraum – etwa von März bis Juni – verteilt werden. Dadurch werden sogenannte Lastspitzen im Wassernetz reduziert und die Infrastruktur der Gemeinde entlastet.

Information und Koordination als Schlüssel

Eine wichtige Rolle spielt dabei die Kommunikation mit der Bevölkerung. Gemeinden können Poolbesitzer:innen frühzeitig darüber informieren, dass eine gestaffelte Befüllung sinnvoll ist, und entsprechende Zeitfenster empfehlen. Auch einfache Reservierungssysteme können helfen, die Befüllung besser zu koordinieren.

In manchen Gemeinden werden dafür bereits organisatorische Lösungen genutzt. So können Bürger:innen etwa telefonisch oder per E-Mail einen Termin für die Poolbefüllung vereinbaren. Solche Modelle zeigen laut Erfahrungsberichten, dass viele Haushalte bereit sind, ihren Beitrag zu leisten, wenn klare Informationen und einfache Abläufe vorhanden sind.

Digitale Tools als mögliche Unterstützung

Neben einfachen Terminlisten gibt es inzwischen auch digitale Lösungen, die Gemeinden einsetzen können. So bietet etwa der Österreichische Verband der Schwimmbadwirtschaft (ÖVS) einen sogenannten Poolfüllkalender an. Dabei melden Poolbesitzer:innen online an, wann sie ihren Pool befüllen möchten. Die Gemeinde kann so besser überblicken, wann größere Wassermengen benötigt werden, und Zeitfenster koordinieren. Solche Systeme sind eine von mehreren Möglichkeiten, um den Prozess zu organisieren.

Österreich hat genug Wasser

Grundsätzlich gilt Österreich als wasserreiches Land. Laut einer Studie der BOKU beträgt der jährliche Trinkwasserverbrauch rund 754 Millionen Kubikmeter. Etwa 16 Millionen Kubikmeter davon entfallen auf die Befüllung privater Pools. Fachleute weisen zudem darauf hin, dass ein Teil des Wassers nach der Nutzung im Pool über den Boden wieder in den natürlichen Wasserkreislauf zurückgelangt.

Beispiele aus der Praxis

Ein Beispiel für koordinierte Poolbefüllung findet sich in der steirischen Gemeinde Kraubath an der Mur. Dort wird seit vielen Jahren ein Terminmodell genutzt, bei dem Haushalte Zeitfenster für die Befüllung reservieren können. Nach Angaben der Gemeinde beteiligen sich rund 90 Prozent der Poolbesitzer:innen daran.

Auch der Wasser- und Abwasserverband Lockenhaus und Umgebung im Burgenland setzt auf koordinierte Poolbefüllung. Der Verband betreut mehrere Gemeinden mit insgesamt rund 800 Pools. Durch abgestimmte Zeitfenster konnten in den vergangenen Jahren Überlastungen im Wassernetz vermieden werden.

Mehrere Maßnahmen möglich

Für Gemeinden gibt es somit mehrere Ansatzpunkte, um Engpässe während der Poolsaison zu vermeiden:

  • frühzeitige Information der Bevölkerung

  • Empfehlung von gestaffelten Befüllzeiträumen

  • Reservierungssysteme für Zeitfenster

  • digitale Koordinationstools

  • Hinweise zu wassersparenden Maßnahmen

Entscheidend ist vor allem, dass Poolbefüllungen nicht gleichzeitig stattfinden. Mit guter Planung und Kommunikation lässt sich die Poolsaison in vielen Gemeinden problemlos mit einer stabilen Wasserversorgung vereinbaren.

-REDAKTION (Quelle: WKO, ÖVS)

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