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07.04.2026

Bürgermeister sagt hunderten Fake-Facebook-Profilen den Kampf an

Immer mehr gefälschte Profile sorgten in letzter Zeit für Unruhe in der Politik, auch in Traun. Bürgermeister Karl-Heinz Koll berichtet von einer rasanten Entwicklung und ruft zur Wachsamkeit auf

Was anfangs vor zwei bis drei Wochen noch harmlos wirkte, hatte sich zwischenzeitlich zu einem ernstzunehmenden Problem entwickelt. Anfangs tauchten lediglich zwei bis drei Fake-Profile auf Facebook auf, die sich als Trauns Bürgermeister Karl-Heinz Koll ausgaben. „Da habe ich mir ehrlich gesagt noch nicht viel dabei gedacht“, schildert Koll. Doch innerhalb weniger Tage nahm die Zahl rasant zu. Zwischenzeitlich waren es rund 50 bis 60 gefälschte Accounts.

Vermeintliche Investmenttipps

Betroffen waren neben Koll auch weitere politische Persönlichkeiten. Die Inhalte der Fake-Profile folgten dabei einem klaren Muster: Nutzer wurden mit vermeintlichen Investmenttipps und Einladungen zu WhatsApp-Gruppen kontaktiert, in denen es um Aktien, Immobilien oder Kryptowährungen gehen sollte. „Wir haben unterschiedlichste Theorien, was es war. Klar ist sicherlich, dass man mit solchen Aktionen immer der Person, die den Account führt, schaden möchte“, erklärt Koll und ergänzt: „Auffällig ist zudem, dass es offenbar sehr viele Politiker betraf. Wer oder welches Netzwerk dahintersteckte, wird aber vermutlich nie geklärt werden können.“

Appell an die Bevölkerung

Für den Bürgermeister war entscheidend, besonnen zu handeln. „Wir konnten nur eins tun: Nicht in Panik verfallen und mit aller Ruhe und Disziplin gemeinsam mit dem Meta-Support dafür sorgen, dass diese Fake Accounts gesperrt werden, was mittlerweile glücklicherweise auch gelungen ist.“ Gleichzeitig warnt er eindringlich vor möglichem Missbrauch und appelliert an die Bevölkerung, solche Nachrichten zu ignorieren und zu melden. Die Situation war zwar mühsam und nervig, doch aufgeben kam nicht infrage. Als Rat für andere Politiker gelte, nicht in Panik zu verfallen, keine vorschnellen Vorurteile zu fällen und die Angelegenheit schlicht in Ruhe zu klären.

-S. PEISCHL

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