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24.04.2026

Bürgermeister kritisiert mangelnde Karenzregelung und tritt nicht mehr zur Wahl an

Stefan Salzmann ist leidenschaftlicher Kommunalpolitiker. 7 Tage, bis zu 70 Stunden die Woche stellt er sich in den Dienst seiner 3100 Einwohner in der Kärntner Gemeinde St. Paul im Lavanttal. Seit sechs Jahren ist der 43-Jährige nun Bürgermeister.  Doch bei den kommenden Gemeinderatswahlen nächstes Jahr will er sich nicht mehr der Wahl stellen. Der Grund:  Im Februar ist seine Tochter zur Welt gekommen. „Da verschieben sich meine Prioritäten in Richtung Familie. Dazu kommt, dass man als Bürgermeister in Kärnten weder in den Papa-Monat noch in Karenz gehen kann“, kritisiert Stefan Salzmann einen Missstand. Derzeit gibt es die Karenzregelung für Bürgermeisterinnen und Bürgermeister nur in Niederösterreich, der Steiermark und Salzburg.

Bürgermeister wünscht sich einheitliche Karrenz-und Papamonats-Regelung für alle Bürgermeister

Auch wenn er selbst davon nicht mehr Gebrauch machen kann, wünscht sich Salzmann eine einheitliche Karenz- und Papamonats-Regelung für alle Bürgermeisterinnen und Bürgermeister: „Ich kann mir ein österreichweites, aus den Lohnnebenkosten der Bürgermeister finanziertes Versicherungsmodell vorstellen. Die Karenz könnte ein Jahr pro Periode dauern, die Bürgermeister können für diese Zeit eine Vertretung aus dem Stadtrat oder Gemeinderat nominieren“, schlägt Stefan Salzmann als Modell vor. Doch das ist für den Bürgermeister – er bleibt noch bis zur Wahl 2027 im Amt – kein Thema mehr. Dafür blickt er stolz auf seine Amtszeit zurück:

Für St. Paul viel erreicht

„Wir haben in den letzten Jahren viel erreicht für St. Paul. Besonders stolz bin ich auf die Eröffnung des Intercity-Koralmbahnhofs, den mit 30 Millionen Euro budgetierten interkommunalen Technologiepark mit 9 beteiligten Gemeinden, ein Hochwasserschutzprojekt zum Schutz von 485 Einwohnerinnen und Einwohnern, einen Trinkwasserhochbehälter, die Erhöhung der Kinderbetreuungsplätze von ursprünglich 60 auf 100“, einen Klettersteig, einen regionalen Genussladen“ zählt Salzmann die Leuchtturmprojekte auf. Mit einem Gesamtbudget von 11 Millionen Euro kann sich der Bürgermeister auch in der derzeit finanziell herausfordernden Zeit für die Gemeinden nicht beklagen. „Ich bin mit 3.000 Euro im Plus“, schmunzelt er. Der jährliche Abgang des Schwimmbades und der Kinderbetreuung mit je 120.000 Euro schmerzt, die Aufrechterhaltung wird vom Gemeinderat jedoch einstimmig mitgetragen.

Rückkehr in die Politik nicht ausgeschlossen

Trotz seiner Errungenschaften für die Gemeinde habe er sich seinen Rücktritt aus der Kommunalpolitik gut überlegt. „Jetzt gibt es für mich einfach neue Prioritäten, es ist Zeit für einen Cooldown aus der Politik“, sagt Stefan Salzmann. Beruflich wolle der 43-Jährige entweder in seinen ursprünglichen Beruf in die Kfz-Branche zurückkehren oder im öffentlichen Bereich tätig sein. Eine Rückkehr in die Politik schließt Stefan Salzmann nicht aus. „Ich kann mir durchaus vorstellen, in ein paar Jahren, wieder irgendwo einzusteigen. Der Kontakt zu den Leuten, die Vielfalt der Themen und das Dazulernen immer neuer Inhalte sind einfach sehr reizvoll“, sagt der Ortschef.

– S.PEISCHL

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