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02.06.2025

Gemüsekulturen und Obst sind betroffen: Die Grüne Reiswanze

Sie breitet sich immer mehr bei uns aus und ist ein Ärgernis in den Privatgärten als auch im gewerblichen Gemüseanbau: Die grüne Reiswanze. Ihre Saugtätigkeit schädigt Paradeiser, Gurken und viele andere Früchte.

Innerhalb weniger Jahre hat sich die Grüne Reiswanze in den wärmeren Regionen Niederösterreichs ausgebreitet. Von einer Art, die kaum jemand kannte, hat sie es mittlerweile auf die Topliste von den bei Hobbygärtnerinnen und -gärtner besonders unbeliebten Tierarten geschafft.

Die Reiswanze wurde vermutlich aus Ostafrika eingeschleppt. Sie hat sich zuerst im Mittelmeergebiet verbreitet und dringt im Zuge der Klimaerwärmung immer weiter nach Norden vor. Die Wanzen und ihre Larven schädigen Fruchtgemüse. Aber auch Ackerkulturen, Leguminosen, Zierpflanzen und Obstkulturen sind betroffen. Im privaten Gemüsegarten fallen die Schädigungen vor allem bei Paradeisern, Gurken und Obst auf. Durch die Saugtätigkeit werden Früchte deformiert, fleckig oder ungenießbar, sie fallen vorzeitig ab und der Ertrag ist vermindert. Auch Triebe und Blätter werden geschädigt.

Die Larven der Wanzen haben einen rundlichen Körper und sind je nach Entwicklungsstadium unterschiedlich gefärbt.
Copyright: Martina Liehl-Rainer „Natur im Garten“

Die Grüne Reiswanze gehört zur Familie der Baumwanzen. Sie kann leicht mit der einheimischen Grünen Stinkwanze verwechselt werden, die kein Schädling ist. Die Reiswanze unterscheidet sich im Erwachsenenstadium von der Stinkwanze durch eine Punktreihe am unteren Ende des Halsschildes, bestehend aus drei mittig gelegenen weißen und zwei äußeren schwarzen Punkten.
Im Herbst ändert sich die Färbung der erwachsenen Wanze von grün zu rotbraun. In dieser Zeit suchen die Wanzen nach einer Überwinterungsmöglichkeit, denn sie vertragen keinen dauerhaften Frost. Sie suchen Schutz in der Bodenstreu, in geschützten Gartenecken oder auch in Gebäuden.
Die jungen Wanzen – sogenannte Nymphen – haben einen rundlichen Körper. Sie verändern sich farblich mit jedem der insgesamt fünf Entwicklungsstadien.

Auf der Blattunterseite werden die Eier in symmetrischen Reihen abgelegt.
Copyright: Katharina Weber, „Natur im Garten“

Im Hobbygartenbereich hilft es, die Pflanzen regelmäßig auf Befall zu kontrollieren. Vor allem das Absammeln von Eigelegen ist sehr hilfreich, um die Ausbreitung einzudämmen. Dazu werden die Blattunterseiten von gefährdeten Pflanzen wöchentlich von etwa Mai bis Juli kontrolliert. Auch die Nymphen und Käfer können abgesammelt werden. Eine weitere Methode, um die Wanzen abzuhalten, sind Schutznetze. Regelmäßige Spritzungen mit Wermut- oder Rainfarntee wirken abschreckend.
Zur Bekämpfung kann die Schlupfwespe Trissolcus basalis als Nützling eingesetzt werden. Diese für den Menschen ungefährlichen Schlupfwespen sind zur Bekämpfung der Reiswanzen zugelassen und im Handel erhältlich.

Haben Sie weitere Fragen zu Pflanzenschutzthemen? Das „Natur im Garten“ Telefon steht unter 02742/74333 oder gartentelefon@naturimgarten.at zur Verfügung. Auf unserer Webseite www.gartentelefon24.at finden Sie eine Beschreibung von gängigen Krankheiten und Schädlinge sowie naturschonende Bekämpfungsmöglichkeiten.

– I.WEIPPL (Quelle: Natur im Garten, entgeltliche Einschaltung des Landes Niederösterreich)
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