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Wahlen

23.03.2026

Bürgermeister tritt nicht an und wird trotzdem gewählt

Helmut Knaus ist seit 12 Jahren Bürgermeister von Philippsreut, einer kleinen Gemeinde in Bayern. Bei der aktuellen Wahl trat er nicht mehr an, weil er in Pension gehen möchte. Seine Gemeindebürgerinnen und -bürger konnten das so nicht hinnehmen und wählten ihn trotzdem ins Amt, wie der Spiegel berichtete.

Kein Kandidat für die Wahl

Nach zwölf Jahren im Amt hatte der 64-Jährige angekündigt, nicht mehr zur Wahl anzutreten und sich aus der Politik zurückzuziehen. Stattdessen wollte er mehr Zeit für private Projekte und seine Gastwirtschaft haben. Die Wählerinnen und Wähler entschieden jedoch anders. Da sich kein anderer Kandidat für das Bürgermeisteramt aufgestellt hatte, konnten sie auf dem Stimmzettel selbst einen Namen eintragen. Viele Bürger nutzten diese Möglichkeit und schrieben erneut „Helmut Knaus“ auf den Wahlzettel.

Das Ergebnis war eindeutig: 216 Wähler trugen seinen Namen ein, was rund 57,1 Prozent der Stimmen entspricht. Damit gewann Knaus die Wahl mit absoluter Mehrheit. In der kleinen bayerischen Gemeinde sind insgesamt 521 Menschen wahlberechtigt, die Wahlbeteiligung lag bei knapp 80 Prozent.

Mehrheitswahl auch in Vorarlberg möglich

Nach dem überraschenden Ergebnis erklärte Knaus, dass er die Wahl annehmen werde. Auch wenn er ursprünglich aufhören wollte, sehe er das klare Votum der Bürger als Anerkennung seiner Arbeit. Daher will er das Amt nun für eine weitere Amtszeit ausüben. Der Fall zeigt eine Besonderheit des bayerischen Wahlrechts: Selbst Personen, die nicht offiziell kandidieren, können gewählt werden, wenn Wähler ihren Namen handschriftlich auf den Stimmzettel schreiben. Das ist übrigens auch in einzelnen Gemeinden in Vorarlberg möglich: Bei manchen Gemeindewahlen gibt es Mehrheitswahlen mit leeren Stimmzetteln.

-REDAKTION (Quelle: Spiegel.de)

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