AKV-Quartalsstatistik: Stabilisierung bleibt fragil

Das erste Quartal 2026 zeigt eine weiterhin angespannte wirtschaftliche Lage in Österreich. Die langsame, fragile Erholung ist durch den Nahost-Konflikt belastet, geopolitische Turbulenzen dämpfen die Investitionsbereitschaft und die Nachfrage nach Industriegütern. Steigende Energiepreise und Inflation wirken sich weiterhin negativ auf das Konsumverhalten aus.

Im Firmenbereich gingen die eröffneten Insolvenzen leicht zurück, während die Gesamtzahlen aufgrund gestiegener Verfahrensabweisungen zunahmen. Die Privatinsolvenzen blieben hingegen weitgehend stabil, bei gleichzeitig deutlich gestiegener durchschnittlicher Verschuldung.

Firmeninsolvenzen

Die eröffneten Firmeninsolvenzen gingen im ersten Quartal 2026 leicht zurück, gleichzeitig stiegen die Verfahrensabweisungen deutlich an, wodurch die Gesamtinsolvenzen zunahmen:

Die regionale Entwicklung der eröffneten Firmeninsolvenzen zeigt im ersten Quartal 2026 ein uneinheitliches Bild. Rückgänge wurden vor allem in Tirol, Salzburg, Niederösterreich und Wien verzeichnet, wobei Wien dennoch mit Abstand die meisten Verfahren aufweist. Demgegenüber stehen steigende Insolvenzzahlen in mehreren Bundesländern, insbesondere in Vorarlberg und der Steiermark sowie im Burgenland und in Kärnten, die sich damit gegen den Bundestrend entwickelten.

Privatinsolvenzen

Im Bereich der Privatinsolvenzen zeigt sich im ersten Quartal 2026 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum eine weitgehend stabile Entwicklung. Die Zahl der eröffneten Schuldenregulierungsverfahren ging leicht zurück, während die Gesamtzahl der Verfahren nahezu unverändert blieb.

Auffällig ist der deutliche Anstieg der Verbindlichkeiten. Die Gesamtpassiva erhöhten sich von 256,72 Mio. Euro auf 349,02 Mio. Euro, wodurch auch die durchschnittliche Verschuldung spürbar zunahm. Ausschlaggebend dafür war insbesondere eine Großinsolvenz im Privatbereich eines geschäftsführenden Gesellschafters einer Immobiliengruppe, der in seinem Eigenantrag auf Grund der übernommenen Haftungen und Bürgschaften Verbindlichkeiten mit EUR 54,6 Mio. angibt.

Ausblick

In politisch und wirtschaftlich unsicheren Zeiten bleiben Prognosen schwierig. Der AKV geht im Firmenbereich von einer weitgehend gleichbleibenden Entwicklung aus, mit rund 4.100 eröffneten Firmeninsolvenzen bis Jahresende. Angesichts der gestiegenen Verfahrensabweisungen ist jedoch von einem weiteren Anstieg der Gesamtinsolvenzen auszugehen. Eine leichte wirtschaftliche Erholung bleibt zwar möglich, die Insolvenzzahlen dürften jedoch weiterhin auf hohem Niveau verharren.

Für den Privatinsolvenzbereich wird 2026 insgesamt eine stabile Entwicklung mit rund 8.900 Verfahren erwartet. Ein Unsicherheitsfaktor bleibt jedoch das Auslaufen der verkürzten Laufzeit von Tilgungsplänen im Juli 2026, da Schuldner bei fehlender Verlängerung noch versuchen könnten, vor der Rückkehr zur längeren Laufzeit Anträge einzubringen.

Von: I.WEIPPL (Quelle: AKV, Entgeltliche Einschaltung)

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